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No-Go an repräsentativer Stelle

Zum Bericht „Bad Nenndorfs neue Mitte“ vom 30. April. No-Go an repräsentativer Stelle

Seit dem Sommer 2012 beschäftigt der ausgeschriebene Brunnenwettbewerb nicht nur die Nenndorfer Bürgerinnen und Bürger.

Schließlich tagt am 10. Januar 2014 das Preisgericht bestehend aus einer Fachpreisjury und der Sachpreisjury, nämlich der Bürgermeisterin, Stadtdirektor Reese und drei Ratsmitgliedern. Ergebnis: Die Realisierung des Entwurfs „Großer Abwasch“ wird vom Preisgericht einstimmig empfohlen.

 Dabei spielt es keine Rolle, dass mit dieser Entscheidung eine ausschlaggebende Bestimmung des Wettbewerbsverfahrens –„der Auftraggeber erwartet einen eigens für die Aufgabenstellung angefertigten Entwurf“ – unter den Tisch fällt. Auch die gestellte Aufgabe, dass “die Künstler den Ort aus seiner Geschichte und Zukunftsfähigkeit interpretieren sollen“ wird vom gesamten Preisgericht ignoriert.

 Die Wahl fällt vielmehr auf einen mehr als 20 Jahre alten Ladenhüter des Selbstdarstellers und Konzeptkünstlers Timm Ulrichs, dessen Abwasch-Entwurf bereits erfolglos in Chemnitz und Langenhagen eingereicht und dort abgelehnt wurde.

 Im April 2014 entscheidet sich dann auch der Rat, und zwar „geheim“, ebenfalls für das Secondhand-Modell. Diese Banalität steht nun an wahrhaft repräsentativer Stelle Bad Nenndorfs, in unmittelbarer Nähe des demnächst aufwendig zu sanierenden Zinsser-Baus, des Kurhauses und des 1791 als „Großes Traiteurhaus“ erbauten „Haus Kassel“.

 Generationen von Nenndorfern werden mit diesem No-Go leben müssen, weil unsere gewählten Volksvertreter ihren Kunstverstand beweisen wollten, indem sie der Entscheidung der Fachjury kritiklos folgten.

 Nicht kommentieren möchte ich hier die Aussage unserer geschätzten Bürgermeisterin während der Einweihung des „Brunnenbauwerks“, wonach die Politik Mut und Weitsicht bei der Entscheidung pro Abwasch bewiesen habe, sowie die Feststellung, dass ein echter „Timm Ulrichs“ für 180000 Euro ein Schnäppchen sei.

Dorit Kosian

Bad Nenndorf

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