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Ortsrat betreibt doppeltes Spiel

Zum Artikel „Regioport bleibt Hauptthema“ vom 2. Januar. Ortsrat betreibt doppeltes Spiel

Die vollständig fehlende Infrastruktur der Nahversorgung in der engeren und weiteren Betrachtung sowie der nur rudimentär entwickelte öffentliche Nahverkehr sind die eigentlichen Probleme der Ansiedlung in Cammer.

Ein Konzept oder eine Planung über die Zielsetzungen und die langfristige Entwicklung der an Minden grenzenden Gemeinde, insbesondere die Herstellung einer hinreichenden Nahversorgung, hat der Ortsrat bisher nicht vorgelegt. Die Dorfentwicklung bleibt das Ergebnis von Beliebigkeiten. Ein Zusammenschluss von Cammer mit Päpinghausen und Frille wäre eine zu überlegende Maßnahme, um wirtschaftliche Substanz für neue Strukturen zu gewinnen.
 Zur Richtigstellung sei erwähnt, dass nicht die BI Containerhafen gegen das Vorhaben beim Verwaltungsgericht Münster klagt, sondern ein Bürger der Gemeinde Dankersen als unmittelbar Betroffener. Die BI finanziert die private Klage, ist Mittel zum Zweck. Ihre Initiativen sollen der Gemeinde vom Ortsrat gesteuerten dosierten Bürgerprotest suggerieren und so Kritik am mangelnden Engagement und der fehlenden Courage des Ortsrats aufheben. Der Ortsrat begleitet mit der rechten Hand die legale politische Willensbildung, und mit der linken erweckt er den Eindruck, dass alles Mögliche getan wird, um die Interessen der Anwohner zu schützen. Der geplante Bau des Regioport ist Teil der Hafenhinterlandentwicklung des Landes Bremen. Mit der Erkenntnis der fehlenden maritimen Nutzen und dem Abschied von der Finanzierung hat sich das Land aus der Anpassung der Mittelweser und der Förderung des Regioports zurückgezogen.
 Die Gründung eines Vereins zum Betrieb eines Bürgerbusses wurde mehrfach und laut angekündigt. Offensichtlich scheitert die Absicht, öffentliche Mobilität für die Anwohner herzustellen, jetzt an der Auswertung von Fragebögen. Wer hindert die Kommune und den Ortsrat daran, die Gründung eines Vereins öffentlich zu diskutieren, konkret zu initiieren, zu fördern und zu unterstützen? Einen Kleinbus zu mieten, der im Stundentakt die nächstliegende Innenstadt von Minden anfährt, ist als Minimallösung sinnvoll und möglich, wenn man über klare Vorstellung von Mobilität und Lebensqualität verfügt.
 Mit einer kleinen, machbaren Lösung zu beginnen, ist besser, als sich hinter Fragebögen zu verstecken. Es wird Zeit, die One-Man-Show auf eine breite Basis zu stellen.
Hans Ulrich Gräf
Bückeburg

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