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Polterei statt offener Streitkultur

Zum Infoabend zu geplanten Sammelunterkünften in Bad Nenndorf. Polterei statt offener Streitkultur

Vorweg: Der Abend war für uns informativ, was die Vorträge angeht. Was das Auditorium betrifft aber teilweise erschütternd.

 Es ist schon bezeichnend für die Meinungsfreiheit in unserem Ort, wenn die mahnenden Worte eines Zuhörers, der auch an die Situation der Bedürftigen in Bad Nenndorf erinnern möchte, von der Mehrheit mit einem „vernehmlichen Raunen“ (SN vom 5. November) quittiert werden.
 Wollen wir das nicht hören? Ebenso auch bei der Frage einer jungen Mutter, die gewisse Ängste vorsichtig kundtat. Wenn dann noch Fragen nach Verträgen mit den beiden Häusern, den Kosten und der Laufzeit und der eventuellen Zusammensetzung der Flüchtlinge gestellt werden, ist das offensichtlich eine ungerechtfertigte Frage, ja eine Pauschalierung mit einer angeblichen Tendenz!
 Ist das die offene Diskussion, die sich die Veranstalter gewünscht haben? Dass bei Bedenken und Rückfragen besorgter Nachbarn von jemandem aus Haste zurückgepoltert wird, sodass jede weitere kritische Frage aus dem Auditorium im Keim erstickt wird?
 Der Gipfel ist dann, dass demjenigen, der auch diese Frage gestellt hat, noch nebenbei aus dem Zuschauerraum zugeraunt wird: Ich dachte Bad Nenndorf ist bunt und nicht braun. Soviel zur Meinungsfreiheit in unserem Ort. Aber diesen Schuh lassen sich die Unterzeichner nicht anziehen!
 Unser Resümee für diesen Abend: Bei einer viel zu emotionalen Willkommenskultur vor Ort vermissen wir offene, sachliche Streitkultur mit realpolitischem Verstand!

Dr. Friedrich-Wilhelm Schinz, Fritz Henken-Mellies
Bad Nenndorf

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