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Probleme der Behinderten ernst nehmen

Zum Bericht und Leserbriefen zu „Kopfsteinpflaster im Schlosstor-Durchgang“ vom 4. März. Probleme der Behinderten ernst nehmen

Ich vermute, dass viele, die sich zu diesem Thema bisher geäußert haben, nicht wirklich wissen, worüber sie sprechen.

Seit mein Mann im Rollstuhl sitzt und ich ihn fast täglich durch die Stadt schiebe (gerne auch durch den schönen Schlosspark), weiß ich, wovon ich rede. Mit Sicherheit gibt es Rollstuhlfahrer, die mit dem „Hoppelpflaster“ weniger Probleme haben als wir.

 Aber es gilt, bei der Beurteilung der Sache ein wesentliches Detail zu beachten, und zwar die unterschiedliche Bereifung der Fahrzeuge. Selbstfahrer haben in der Regel luftgepolsterte Reifen, die die Stöße und Schläge von Unebenheiten besser abfedern, während Schiebe-Rollstühle und viele Rollatoren eine harte Gummibereifung haben, die jede Unebenheit als harten Stoß empfinden lassen. Wie schmerzhaft das gerade auf solchen Strecken wie dem Durchgang am Schlosstor ist, sollte jeder, der als Entscheidungsträger bei der Stadt mitwirkt, mal am eigenen Körper ausprobieren.

 Das Argument, es hätte sich ja noch nie jemand beschwert, möchte ich übrigens nicht gelten lassen. Ich gehe davon aus, dass vielen Betroffenen Mut und Kraft fehlen, um solche Probleme anzugehen, wie vielleicht auch der Glaube daran, dass unsere Gesellschaft die Probleme der Behinderten ernst nimmt, anstatt sie als Meckerei abzutun.

 Der gute Rat, „einfach“ einen anderen Weg, als den durch das Schlosstor zu nehmen, bedeutet einen großen Umweg.

 Sicherlich gibt es größere Probleme – auch und gerade für Rollstuhlfahrer. Trotzdem wünsche ich mir für uns und alle betroffenen Bürger einen Denkmalschutzbeauftragten und Menschen im Stadtrat, die mit Fantasie und Kreativität eine finanzierbare und machbare Idee entwickeln und mit der nötigen Unterstützung der Schlossverwaltung auch umsetzen.

Christel Feindt,

 Bückeburg

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