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Selbst politisch aktiv werden

Zum Leserbrief „Zu viel Ignoranz, Gleichgültigkeit und Bequemlichkeit“ vom 9. März. Selbst politisch aktiv werden

Herr Lübke beschimpft in seinem Leserbrief vom 9. März unter anderem die Ratsmitglieder als „Betonköpfe“ und wertet sie mit den Begriffen „Ignoranz, Gleichgültigkeit und Bequemlichkeit“ ab, ohne dieses vernichtende Urteil überzeugend zu begründen.

Ich selbst bin kein Ratsmitglied, kann aber als Bürgervertreter im Umweltausschuss den Arbeitsumfang und den immensen Zeitaufwand der ehrenamtlich tätigen Ratsmitglieder einschätzen und komme zu einer völlig anderen Beurteilung.
Wer nach Feierabend nicht die Füße hochlegt, um die Zeit vor dem Fernseher zu verbringen, sondern sich stattdessen die Mühe macht, ehrenamtlich in zahlreichen Sitzungen, zunächst parteiintern, dann in der Fraktion, dem jeweiligen Ausschuss und letztlich im Rat Lösungen für schwierige städtische Sachfragen zu diskutieren und zu finden, hat ein solch negatives Urteil nicht verdient.
Dass eine im Rat mit Mehrheit gefundene und beschlossene Lösung gleichzeitig andere, ebenfalls denk- und wünschbare Lösungen ausschließt, ist eine Binsenweisheit. Einen Euro Steuergeld kann man eben nur einmal ausgeben. Sicher ist aber, dass sich die Ratsfrauen und -herren die Abwägung der verschiedenen Interessen und Aspekte garantiert nicht leicht gemacht haben.
Wenn sich Herr Lübke oder ein anderer Bürger über einen Beschluss ärgert, könnte er dies den Ratsmitgliedern direkt persönlich mitteilen, alle leben mit Adresse und Telefonnummer in Stadthagen. Auch über die Parteiläden in der Obernstraße würden Kritik und Anregung ihren Empfänger finden. Ein undifferenziertes und unzufriedenes Gemaule über empfundene Missstände wäre also eigentlich nicht nötig. Es kann sogar ganz spannend und interessant sein, die Hintergründe einer politischen Entscheidung erläutert zu bekommen. Das Wenigste davon stand vorher in der Zeitung. Auch Anregungen und Wünsche der Bürger sind stets willkommen.
Abschließend möchte ich an Herrn Lübke und alle anderen Unzufriedenen appellieren, nicht nur zu jammern und zu klagen, sondern sich produktiv in die Kommunalpolitik einzubringen und den Entscheidungsprozess aktiv mitzugestalten! Eine Gelegenheit dazu bietet die Kommunalwahl am 11. September. Jede Partei nimmt Interessenten mit offenen Armen auf. Verehrter Herr Lübke, suchen Sie sich eine Partei ihrer Wahl aus und arbeiten Sie mit oder lassen Sie sich zur Kommunalwahl aufstellen, wenn in den kommenden Monaten die Kandidatinnen und Kandidaten von den Mitgliedern der Parteien bestimmt werden.
Erwarten Sie nur keine, wie man so schön sagt, vergnügungssteuerpflichtigen Veranstaltungen oder einen Dank der Mitbürgerinnen und Mitbürger. Aber das wissen Sie ja schon.
Michael Lenz (Bürgervertreter Umweltausschuss)
Stadthagen

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