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Skandalöse Predigt

Zum Artikel „Gemeinde stellt sich hinter pöbelnden Pastor“ vom 9. Februar Skandalöse Predigt

Ich habe die umstrittene Predigt, die der evangelikale Pastor Olaf Latzel in der Bremer St.-Martini-Kirche gehalten hat, nachgelesen. Sie ist schlichtweg skandalös.

Abgesehen davon, dass er wiederholt behauptet hat, seine Attacken gegen andere Religionen seien unmittelbar auf Gottes Wort zurückzuführen, könnte belächelt werden, wenn derartige Anfeindungen nicht den gesellschaftlichen Frieden gefährdeten und ein vernünftiges Miteinander unter den Religionen unmöglich machte. Das sage ich als einer, der aus Überzeugung keiner Religionsgemeinschaft angehört. Nicht ohne Grund prüft die Staatsanwaltschaft, inwieweit Pastor Latzel gegen den Straftatbestand der Volksverhetzung verstoßen hat.
 Für seine verbohrte Predigt hat der Kirchenmann den alttestamentarischen „Gideon“, der angeblich 7 Frauen und 70 Kinder hatte, als beispielhaften „Reiniger“ von fremden Göttern herangezogen. Nach den Ausführungen in der umstrittenen Predigt und meinen Recherchen ist Gideon angeblich von Gott beauftragt worden, mit Krieg und Zerstörung die Israeliten vom Joch der Midianiter zu befreien und deren Altar und Kultstätte zu zerstören.
 Hat ein barmherziger und allmächtiger Gott wirklich keine anderen Möglichkeiten, als seinen Willen über Dritte mit brutaler Gewalt durchzusetzen? In der Predigt des eifernden Pastors wird jedenfalls ein eifersüchtiger, hassender, intoleranter, strafender und zur Anwendung von Gewalt verführender Gott dargestellt. Warum nur verzichtet dieser Pastor Latzel darauf, von dem Gottesgeschenk „Verstand“ Gebrauch zu machen? Die anmaßendste Provokation in der Bremer Hasspredigt ist nach meinem Empfinden, den Islam als Sünde zu verunglimpfen und folglich diejenigen, die daran glauben, als Sünder. Denn nach der verbohrten Vorstellung des fanatischen Bremer Predigers, ist Allah nicht identisch mit dem Gott der Bibel und der Islam daher Götzenkult. Aus der Sicht des Hasspredigers gehört der Islam daher auch nicht zu Deutschland. Es lässt sich nicht wegdiskutieren, dass der Islam zu Deutschland (und Europa) gehört, übrigens genauso wie der evangelikale Fundamentalismus, den der „pöbelnde Pastor“ huldigt.
Wilfried Bartels
Obernkirchen

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