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Täter dürfen nicht ungestraft bleiben

Unter anderem zur Berichterstattung „Getöte Frau in Fass gefunden“. Täter dürfen nicht ungestraft bleiben

Von Georg Reimann aus Lauenau:

Unser Justizminister Maas hat wieder einmal große Dinge vor. Er will dem Unrecht vergangener Zeiten kraftvoll begegnen und vermeintlich unschuldigen Opfern zu ihrem Recht verhelfen. Er will die früheren Entscheidungen der Gerichte zur Homosexualität aufheben und die nach damaligem Recht ermittelten Täter zu Opfern der Justiz werden lassen und sie deshalb per Gesetz freisprechen – und sogar entschädigen.

Und hier komme ich schwer ins Grübeln. In diesen Fällen soll es also doch gehen, die nach früherem Recht getroffenen Gerichtsentscheidungen aufzuheben. Warum geht das eigentlich nicht bei viel wichtigeren Entscheidungen? Ich denke da an den Vater, der seit Jahrzehnten vergeblich versucht, den Mörder seiner Tochter zu verklagen, der sogar durch moderne Genuntersuchungen überführt ist. Geht nicht, heißt es. Der Täter von damals hat ein Gerichtsurteil, das seine Unschuld feststellt – auch wenn sie nun widerlegt ist. Der Täter lebt unbehelligt sein Leben – auch wenn er ein Mörder ist.

Oder ich denke an den Mann in Hannover, der seine Frau umbringt, die Leiche in ein Fass einschweißt, und jetzt nach 20 Jahren zwar überführt ist, aber voraussichtlich, weil es „nur“ Totschlag war, ebenfalls sein Leben ungestört weiterführen darf. Der Minister sollte dafür sorgen, dass Freisprüche vor Gericht, keine Ewigkeitsgarantie für Täter haben. Es sind keine unabänderlichen Naturgesetze. Die Mörder und Totschläger dürfen niemals aus formalen Gründen ungestraft bleiben. Und mit solchen Ungerechtigkeiten befördern die Politiker nur die Unzufriedenheit mit diesem Staat. Und dann wundern sie sich, dass bei den Wahlen rechtsradikal gewählt wird.

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