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Traurig und enttäuscht

Zur Berichterstattung über die vorzeitige Schließung der Geburtshilfe-Station im Krankenhaus Stadthagen. Traurig und enttäuscht

Wir, die Beleghebammen des Krankenhaus Bethel, möchten hierzu ein paar Fakten erklären und richtig stellen. Sowohl in Stadthagen, als auch in Bückeburg arbeiten Hebammen, die mit viel Fachkenntnis und Herzblut Schwangere, Gebärende, Wöchnerinnen und ihre Partner beraten und betreuen.

Die Systeme der beiden Kreißsäle unterscheiden sich darin, dass die Stadthäger Hebammen angestellt sind, während wir in Bückeburg freiberuflich arbeiten. Das heißt, dass wir keine soziale Absicherung durch einen Arbeitgeber haben. Im Falle einer Vertragskündigung ist uns die Grundlage unserer Einnahmen entzogen- ohne jeglichen Ausgleich – wie zum Beispiel Arbeitslosengeld.
Erst im März dieses Jahres „sickerte durch“, dass Agaplesion sich für das Angestelltensystem entschieden hat und der Stellenplan fürs neue Haus durch die Stadthäger Kolleginnen fast ausgefüllt war.
Vonseiten der Geschäftsführung erhielten wir auf Nachfrage jedoch keinerlei konkrete Auskunft. Da zu diesem Zeitpunkt in der näheren Umgebung mehrere Stellen vakant waren, haben wir uns entschieden, kollektiv zum 30. Juni 2016 unseren Vertrag fristgerecht zu kündigen. Wir mussten dieses tun, um unsere berufliche Zukunft zu sichern, und nicht, wie es uns unterstellt wurde, das Belegsystem oder eine Festanstellung zu erzwingen.
Seit Mai 2016 helfen drei der Kolleginnen mit jeweils drei bis vier Diensten in Stadthagen aus, da eine Teilzeitstelle zur Vertretung einer Schwangeren, trotz öffentlicher Ausschreibung, nicht besetzt werden konnte. Diese Mehrarbeit, zusätzlich zu ihrer Freiberuflichkeit, erfüllen sie, um beide Systeme am Laufen zu halten. Diesen Dreien wurde im Gegenzug ein Vertrag für das neue Klinikum angeboten, eine weitere Kollegin wurde von Agaplesion als zukünftige Kreißsaalleitung unter Vertrag genommen. Zwei weitere Kolleginnen, die ebenfalls durch ihre Bewerbung Interesse an einer Festanstellung bekundeten, wurden übergangen.
Da die Kolleginnen , welche definitiv keine Perspektive auf eine Anstellung in Vehlen haben, ab September eine Festanstellung in anderen Kliniken finden konnten, sind wir stets davon ausgegangen, dass der Bückeburger Kreißsaal schließt, bis es im Gesamtklinikum weiter geht. Wir freuen uns, dass dies nicht so ist, wenngleich das leider gleichzeitig bedeutet, dass der Stadthäger Kreißsaal nicht länger weitergeführt werden kann.
Wir Bückeburger Hebammen sind traurig und enttäuscht, dass die Darstellung über den Verlauf der Entwicklung, sowohl durch das Weglassen einiger wichtiger Fakten, als auch teilweise schlicht falscher Aussagen den Eindruck erweckt, als hätten wir irgendeinen „Kampf“ geführt und so die derzeitige Situation verschuldet.
In nächster Zeit stehen nun große Veränderungen an. Trotz aller momentanen Unstimmigkeiten versichern wir, dass wir gemeinsam mit den Stadthäger Kolleginnen bestrebt sind, den (werdenden) Eltern ein positives und sicheres Umfeld für eines der wohl emotionalsten, manchmal schwierigsten, aber auch schönsten Erlebnisse im Leben zu schaffen.
Claudia Dar, Sonja Gräper, Barbara Jagieniak, Simone Könemann, Nicole Kramer, Janina Lomitschka, Ellen Mytanz, Christiane Sehr, Karin Ziemer (Hebammenteam)

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