Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Trügerische Sicherheit auf Radwegen

Zum Bericht „Radweg an der K 28 – Ausbau soll 2016 beginnen". Trügerische Sicherheit auf Radwegen

Es ist positiv zu bemerken, dass der Landkreis diese Gesetzeslage endlich zur Kenntnis nimmt. Allerdings besteht hier immer noch Aufklärungsbedarf.

 Die entsprechenden Paragraphen der Straßenverkehrsordnung (§ 39 (1) und 45 (9) StVO) unterscheiden zum Beispiel in keinster Weise zwischen innerorts und außerorts.

Eine Radwegebenutzungspflicht darf also auch außerorts nur angeordnet werden, wenn die Gefahrenlage dort das „allgemeine Risiko erheblich übersteigt“. Und das Fehlen einer Benutzungspflicht bedeutet natürlich keineswegs, dass ein Radweg nicht benutzt werden darf; kein Radfahrer muss aufgrund dieser „neuen“ Rechtslage den Radweg verlassen.

 Er darf es und sollte es im Interesse seiner Sicherheit auch tun, denn nichts ist gefährlicher für Radfahrer, als auf Radwegen von anderen Verkehrsteilnehmern übersehen zu werden.
 Warum diese Erkenntnis, die noch einmal deutlich älter ist als die entsprechenden Rechtsvorschriften, bei Herrn Bachmann für Kopfschütteln sorgt, kann er letztlich nur selbst wissen. Möglicherweise gehört er zu der Minderheit, die tatsächlich bei jedem Abbiegevorgang sehr genau aufpassen, dass kein Radfahrer irgendwo im Seitenbereich vorrangberechtigt seinen Weg kreuzt. Das tut praktisch nämlich niemand.

 Oder will er vielleicht einfach keine Rücksicht auf Radfahrer nehmen müssen, wenn er sie überholt, und fordert diese Rücksicht deshalb lieber von den Radfahrern gegenüber den Fußgängern auf einem gemeinsamen Geh- und Radweg ein?

 Wirklich sicher wird Radfahren dann, wenn kein Radfahrer sich wegen engüberholender, hupender oder sonst wie auffälliger Kraftfahrer auf einem Radweg sicherer fühlt als auf der Fahrbahn. Dieser Zustand sollte nach § 1 der Straßenverkehrsordnung eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, ist es aber leider nicht.

 Die gefühlte Sicherheit eines Radweges kann die tatsächliche auf der Fahrbahn aber nicht ersetzen, der teilweise Verzicht auf den Bau eines Radweges ist daher in jedem Fall ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn ich mir ein deutlicheres Bekenntnis zur Sicherheit und damit den Verzicht auf Radwege wünsche.
Oliver Kunze
Bückeburg

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Sagen Sie Ihre Meinung – Schicken Sie Ihren Leserbrief bequem via Internet über unser Online-Formular. mehr