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Übertriebene Darstellung

Zu dem Artikel „Nach Backpfeife der Schule verwiesen“ vom 21. Dezember Übertriebene Darstellung

Die Frage ist, ob die Institution Schule Gewalt tolerieren darf. Und die Antwort ist ganz einfach: Nein! Wir als Lehrer sind gesetzlich dazu verpflichtet, jeder Form von Gewalt in der Schule Einhalt zu gebieten und müssen reagieren.

Wir möchten, dass Schüler lernen, dass Gewalt kein Mittel der Konfliktlösung ist – weder für Kinder noch für Erwachsene. Wenn die Gesellschaft etwas anderes möchte, muss sie die Gesetze ändern. Ich frage mich, wie die Eltern von betroffenen Kindern das sehen.

Ist eigentlich etwas erstaunlich daran, wenn Lehrer keine Stellungnahme zu Vorfällen in der Schule abgeben? Lehrer unterliegen der Schweigeplicht und das ist auch gut so, denn Kinder und Jugendliche sind nach dem Gesetz besonders schutzwürdig. Das heißt nun eben, dass wir zu Einzelfällen keine Stellung nehmen dürfen und wollen, auch wenn in der Öffentlichkeit nicht zutreffend berichtet wird. An dieser Stelle sei erneut eine Frage gestellt: Möchten Eltern, dass Lehrer vertrauliche Inhalte über ihre Kinder gegenüber Medien preisgeben?

„Nach einer Backpfeife der Schule verwiesen“, ist das nicht ein bisschen übertrieben? Wenn man die Möglichkeiten kennt, die Schule in solchen Fällen hat, so weiß man, dass der Ausschluss vom Unterricht von bis zu einem Monat die mildeste Form der Sanktion ist, die eine Klassenkonferenz beschließen kann. Andere Möglichkeiten wären die Versetzung in eine Parallelklasse und der Verweis von der Schule. Zu Letzterem ist es aber nicht gekommen, auch wenn die Überschrift des Artikels dieses suggeriert. Alles andere sind pädagogische Maßnahmen, die kein Gegenstand einer Klassenkonferenz sind.

Lutz Müller

(Vorsitzender Personalrat IGS Rodenberg)

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