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Unfallursache sorgfältig prüfen

Zur Berichterstattung über den tödlichen Unfall Unfallursache sorgfältig prüfen

Die meisten Unfälle „ereignen“ sich nicht, sie werden verursacht. Somit muss die „Ursache des Unfalls“ erst einmal sorgfältig geprüft werden. Medienberichten entnehme ich, dass es sich bei dieser „Unfall-Kreuzung“ offensichtlich um einen Unfallschwerpunkt handelt.

Ich kenne diesen Einmündungsbereich und bin sehr erstaunt, dass es sich hier um einen Schulweg für Grundschüler handelt. Ich habe viele Jahre in ganz Niedersachsen als „Ortsunkundiger“ an Verkehrsschauen teilgenommen und kenne die Problematik unterschiedlicher Sichtweisen in der Verkehrssicherheit, insbesondere der Schulwegsicherheit, wobei in vielen Fällen die Eltern selbst die größte Gefahr darstellten.

 Aber in dieser konkreten Situation sollte man zunächst prüfen, ob die Verkehrseinrichtung an dieser Stelle als Schulweg geeignet ist und/oder man mindestens zu den Schulzeiten die Ampelphasen so abändert, dass die Vornhäger Straße während der Grünphase für Fußgänger und Radfahrer Rot behält. Das ist sicherlich nicht im Interesse des VErkehrsflusses, aber sehr wohl im Interesse der Sicherheit.

 Als Sofortmaßnahme sollten hier Schülerlotsen zum Einsatz kommen. Gegebenenfalls kann auch der ohnehin vorhandene Kontaktbeamte der Polizei vorübergehend diese Aufgabe übernehmen und dabei erst einmal die Verhaltensweisen aller Verkehrsteilnehmer beobachten und dokumentieren, sodass man daraus dann auch notwendige Maßnahmen ableiten kann.

 Ein großes Problem ist die „Aufmerksamkeit“ aller Verkehrsteilnehmer, die durch moderne Kommunikationsmittel (Handy/Navi) erheblich leidet. Ich habe ein spezielles Trainingsprogramm für Berufskraftfahrer entwickelt, wo es ausschließlich um die Aufmerksamkeit und die Informationsverarbeitung geht. Fahrer, die regelmäßig geschult wurden, liegen in der Unfallstatistik circa 50 Prozent unter dem Durchschnitt. „Verschaffe Dir ein Gesamtbild der Verkehrssituation“, ist ein Baustein.

 Man muss ständig wissen, was um sein Kfz herum passiert. Steht man vor einer roten Ampel und beobachtet das Verkehrsgeschehen nicht, füllen sich gegebenenfalls die toten Winkel und der Fahrer bekommt es nicht mit. Hier müssen, insbesondere Lkw- und Busfahrer entsprechend sensibilisiert werden. Da die Belastung des Fahrers durch eine Freisprecheinrichtung ähnlich groß ist wie beim Handy oder Funk, kann ich nur dringend empfehlen, als Verkehrsteilnehmer darauf zu verzichten. Wenn auch die StVO das Telefonieren mit Freisprecheinrichtung zulässt, so kann es im konkreten Fall grobe Fahrlässigkeit bedeuten. Auch Fußgänger sind Verkehrsteilnehmer. Früher war ein kleines Schild in den Bussen: „Bitte nicht mit dem Fahrer sprechen!“

 Wilfried Bock

Lauenau

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