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Virtuelle rote Linien, die in die Luft gemalt wurden

Zum Artikel „Landrat will Abtreibungen weiter ermöglichen“ Virtuelle rote Linien, die in die Luft gemalt wurden

Der Artikel zeigt die ganze Misere: Der Staat sieht sich längst nicht mehr verpflichtet, Schwangerschaftsabbrüche zu verhindern.

Er glaubt, sie fördern zu müssen, als flächendeckendes Angebot einer öffentlichen Dienstleistung. Dass aus „(grund)rechtswidrig aber straffrei“ mancherorten schon ein „Rechtsanspruch“ hergeleitet wird, spielt keine Rolle mehr. Der staatliche Schutz für Ungeborene, den das Bundesverfassungsgericht stets einforderte, besteht nur noch aus virtuellen „roten Linien“, die in die Luft gemalt wurden. Ob dabei ein ungeborener Mensch umkommt oder nicht, ist untergeordnet. Seit Jahrzehnten wird ein Siebtel der Bevölkerung vor der Geburt getötet, wenn man nur die amtlichen Zahlen betrachtet. Dies ist das eigentliche Tabu-Thema. Ungeborene sind die am stärksten diskriminierte Menschengruppe in der westlichen Welt. Jeder würde zustimmen, dass es falsch ist, ein Schulkind zu töten, weil die Eltern Beziehungsprobleme oder Geldsorgen haben, weil es von einem Vergewaltiger abstammt oder weil die Mutter sich überfordert oder auch krank fühlt. Da müssen andere Lösungen gefunden werden – was kein Ding der Unmöglichkeit ist. Weshalb sollte das vor der Geburt des Kindes anders sein? Ist es nicht derselbe Mensch? Man darf keine Menschen töten, um soziale Probleme zu lösen.

Aus einem Vortrag einer Einrichtung für „Familienplanung“ stammt das Zitat: „Wenn sie es für ein Baby hält, dann ist das auch so. Und wenn sie meint, da ist nichts, dann ist da auch nichts.“ Der Aufschrei wäre groß, wenn jemand dasselbe über Geborene sagen würde, zum Beispiel, „Wenn der zuständige Beamte dies für einen Menschen hält, dann ist das auch so. Und wenn er meint, da ist nichts, dann ist da auch nichts.“ Hat menschenverachtende Ignoranz der Menschenwürde nicht schon zu vielen Menschen allzu viel Leid gebracht? Es ist leider nichts Neues, „Menschsein“ bestimmter Menschen infrage zu stellen. So ging es schon Indianern, Sklaven, Frauen, Juden, Romas und vielen anderen.

Wir müssen uns an den Fakten orientieren, auch wenn das Ergebnis nicht immer wunschgemäß ist. Die Existenz jedes Menschen begann mit seiner Zeugung. Seither lebt er, was an den biologischen Merkmalen sehr eindeutig erkennbar ist. Alternative Erkennungsmerkmale nur für „menschliches Leben“ sind unbekannt. Dass er von Anfang an menschlich ist, zeigt jede DNA-Analyse, sogar in Form eines gerichtsverwertbaren Beweises. Ebenso klar zeigt die DNA, dass er ein anderer Mensch ist als seine Mutter. Auch die angeblich fehlende „Lebensfähigkeit“ spielt da keine Rolle. Denn wer „lebt“, ist offenbar auch „lebensfähig“. Menschenleben ist immer abhängig von geeigneten Lebensumständen.

Da Menschenwürde nicht von Eigenschaften oder Fähigkeiten abhängt, kann sie nicht wachsen oder schrumpfen. Folglich hat auch der kleinste Mensch einen gleichberechtigten Anspruch auf Schutz und Fürsorge. Das ist die primäre Aufgabe des Staates, wenn andere dazu nicht willens oder in der Lage sind. Es wäre schön, wenn Landrat Farr sich darüber vermehrt Gedanken machen würde. Dieter Egert, Vorsitzender der Interessenvertretung ungeborener Menschen (IVUM), aus Waiblingen

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