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Wer fragt nach Mitschuld des Betriebsrats?

Zur Berichterstattung über die Abgas-Manipulationen bei VW. Wer fragt nach Mitschuld des Betriebsrats?

Bei der gegenwärtig laufenden Berichterstattung über die Abgas-Katastrophe bei VW vermisse ich in den Medien klare Worte zur Mitverantwortung der Gewerkschaften für dieses Desaster.

Bei VW hat der Betriebsratsvorsitzende beinahe Vorstandsrang, und nicht zufällig ist zur Zeit sogar ein Gewerkschafter Vorsitzender des Aufsichtsrates. Mehr Machtfülle für die Gewerkschaft als bei VW geht gar nicht. Da Mitbestimmung auch Mitverantwortung bedeutet, hat die Gewerkschaft viel Schuld, sehr viel Schuld auf sich geladen.
Zunächst gegenüber den Mitarbeitern im Unternehmen, den Aktionären (das sind ja nicht nur die Piechs oder Porsches) und dann noch gegenüber der Autoindustrie als Ganzes. „Made in Germany“ ist in den Dreck gezogen worden. Wie dämlich müssen alle Verantwortlichen eigentlich gewesen sein, als sie meinten ungestraft betrügen zu können?
Wenn einer seine Akten manipuliert, dann wird das vielleicht niemand merken. Aber Millionen Autos mit einer Betrugssoftware aus der Hand zu geben ist schon unfassbar dumm und dreist.
Dass sich die Gewerkschaften nicht schuldbewusst für ihr Versagen an die Brust schlagen, kann ich ja noch verstehen. Soviel Reue wäre ja unmenschlich. Aber was ist mit den Medien? Presse, Funk und Fernsehen würden vermutlich mit Schaum vorm Mund geifern, wenn es sich um ein nicht-mitbestimmtes Unternehmen handeln würde. Mit einem Aufruhr der Empörung würden die Manager niedergemacht.
Ich habe in keinem Medium auch nur einen Buchstaben gelesen oder einen Ton dazu gehört. Die Medien sind wohl doch auf einem Auge blind. Ich hoffe nur, dass diesmal auch die Prominenz in den verdienten Knast geht. Umso eher glaubt die Welt wieder an das Gute in einem Unternehmen.
Georg Reimann
Lauenau

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