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Wer hat sich weit aus dem Fenster gelehnt?

Zum Leserbrief „Akzeptieren, aber nicht hofieren“ vom 8. Mai. Wer hat sich weit aus dem Fenster gelehnt?

Herr Stummeier aus Beckedorf bezeichnet sich selbst als „theologischen Laien“. Das bin ich ebenfalls. Damit hören die Gemeinsamkeiten aber auch schon auf. Wie kommt er dazu, eine 84-Jährige, die sich in einem kleinen Dorf mutig und öffentlich vor beziehungsweise neben ihre homosexuellen Enkel stellt, als „von ihren schwulen Enkeln gesteuerte alte Dame“ zu bezeichnen?

Das allein schon empfinde ich als Frechheit! Zusätzlich werden dann noch der hannoversche Landesbischof Meister und der Nenndorfer Pastor Schultz-Waßmuth abgewatscht. Und wofür? Der Landesbischof greift in eine längst öffentliche Debatte um die Stellung der Kirche zur Sexualität heutzutage ein – das ist unter anderem sein Job!

Herr Schultz-Waßmuth wird in dieser Zeitung am 15. April folgendermaßen zitiert: „Entsetzt“ und „sehr erbost“ zeigt sich Pastor Achim Schultz-Waßmuth von der benachbarten St.-Godehardi-Kirchengemeinde in Bad Nenndorf. Eine fundamentalistische Haltung, wie die Cochlovius‘, wirke sich auch auf das Ansehen offener Gemeinden aus. Er selbst lese die Bibel historisch. Sie gebe ihm Inspiration in spirituellen Dingen…

Was bitte ist hieran „sehr weit aus dem Fenster gelehnt“? Wenn sich jemand weit herauslehnt, dann ja wohl Herr Stummeier, der Homosexuelle als „geschlechtlich fehlgeleitet“ bezeichnet. Hat er vielleicht noch Rezepte anzubieten, diese „Fehlleitung“ zu korrigieren? Gefängnis, Zwangstherapien, Kastration? Das wäre christlicher Fundamentalismus zu Ende gedacht.
Jürgen Uebel

Bad Nenndorf

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