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Wir schämen uns unglaublich fremd!

Zum Artikel „Vernetzung nicht gelungen“ vom 1. November Wir schämen uns unglaublich fremd!

Unsere Enttäuschung und unser Entsetzen sind durch die Stellungnahme des Landeskirchenamtes noch vertieft worden.

Bei einer kirchlichen Führung, die ihre eigenen personalpolitischen Verfehlungen mit dreisten Unwahrheiten und fragwürdiger Indiskretion zu überdecken versucht, ohne Anstand oder Charakter für eine selbstkritische Analyse oder gar eine Entschuldigung aufzubringen, bleibt wohl nur noch beten.

 Die gegen Pastorin Fürst erhobenen Vorwürfe sind haltlos. Ihr seelsorgerisches und geistliches Wirken verlief in den ihr zugewiesenen Tätigkeitsbereichen ohne jeglichen Grund zur Beschwerde: Ihre Gottesdienste waren im Vergleich zu anderen in der Gemeinde besser besucht, ihre Predigten zeichneten sich im Vergleich zu anderen durch einen erfrischend neuen Schulterschluss von Tiefe und Verständlichkeit aus. Und sie hat es auf breiter Ebene verstanden, Gemeindemitgliedern in Bibelstunden, Gemeindekreisen, Lobpreis-Gottesdiensten und Frauengottesdiensten neue Perspektiven und Motivation zur Teilnahme am kirchlichen Leben zu vermitteln. Durch ihr Engagement fanden Frauen zueinander, die sich sonst im Rahmen landeskirchlicher Arbeit niemals ausgetauscht hätten. Wir waren dabei und Teil dieser Vorgänge.

 Qualitativ schlechte geistliche Arbeit oder inhaltliche Leere haben das Jakob-Dammann-Haus am vergangenen 30. Oktober bestimmt nicht bis an den Rand mit Menschen gefüllt, die sich auch die letzte Predigt dieser Pastorin nicht entgehen lassen wollten.

 Die landeskirchliche Führung entlarvt sich mit ihrem perfide gesponnenen Netz aus bewusst gestreuten Fehlinformationen und der selbst zugegebenen industriellen Herzlosigkeit in der Sache als komplett basisfern und, was sicherlich am erschreckendsten ist, unchristlich in ihrem Gebaren. Sie muss sich erneut fragen lassen, auf welcher Basis diese Fehlentscheidung getroffen wurde.

 Die Meinung der zahllosen Mitchristen (Wir sind keine anonymen „Personen“, Herr Frehrking, wir sind die Menschen, denen Sie zum Dienst in der Nachfolge Christi verpflichtet sind!), die Frau Fürst mit ihrer ganz individuellen und authentischen Art berührt und bewegt hat und die von der Entscheidung der Landeskirche maßgeblich betroffen sind, war der landeskirchlichen Führung schlicht und ergreifend egal. Sie wurden nie befragt.

 Ebenso egal ist den (bezeichnenderweise männlichen) Verantwortlichen die große Erschütterung, die ihre desolate Personalpolitik in weiten (zumeist weiblichen) Teilen der Landeskirche hervorruft – wichtiger scheint es zu sein, die scheidende Kollegin auch noch mit so viel Schmutz wie möglich zu bewerfen. Wir schämen uns unglaublich fremd!

 Für die Zukunft beten wir für eine landeskirchliche Führung, die Personalentscheidungen aus der Pflicht ihren Gemeindemitgliedern gegenüber heraus trifft; Pastoren, die dem leisen Wirken nach innen genau so viel Respekt zollen wie dem prestigeträchtigen Wirken nach außen; eine Führung, die näher an die Vorgänge in den Gemeinden heran findet, als ständig die Distanz zu ihnen zu vergrößern; mehr gelebte (und nicht nur gepredigte) Christlichkeit landeskirchlicher Entscheidungsträger; das Ausmerzen würdeloser Muster im Miteinander in der Landeskirche.

 Mehr gibt es aus unserer Sicht zu den bedauernswerten Vorgängen in (und dem bedauernswerten Vorgehen) der Landeskirche nicht zu sagen. Es ist und bleibt eine Fehlentscheidung. Andrea Jungbluth und Julia- Susanne Berrang, Stadthagen

 

 

 

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