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Zeit für Gegenwind

Zum Artikel „Gegenwind aus den eigenen Reihen“ vom 15. Januar. Zeit für Gegenwind

Unter der Überschrift „Gegenwind aus den eigenen Reihen“ schreibt Tina Bonfert einen Artikel, dessen Nachrichtenwert nur schwer zu ermitteln ist. In ihrem dreispaltigen Artikel lässt sie ihre Leserinnen und Leser wissen, dass ein Max Schlösser – Urheber einer frauenfeindlichen Aufkleberaktion – vorgibt, die meisten (nämlich 95 Prozent) seiner Aufkleber, an Frauen verkauft zu haben.

Abgesehen davon, dass sich der Wahrheitsgehalt dieser Aussage nur schwer wird nachweisen lassen, bleibt vor allem unklar, wie die Überschrift dieses Artikels zu dieser Meldung passt. Stehen Frauen bereits wegen ihres Geschlechts in einer Reihe? Hat Frau Bonfert Schwierigkeiten, den Unterschied zwischen einem Schmierweib und Frauen, die ihr Recht auf Gleichberechtigung einfordern, zu erkennen?  Eine einfache Recherche hätte gereicht, um festzustellen, dass es sich bei ihrer Meldung nicht um „Gegenwind aus den eigenen Reihen“ handelt, sondern wieder um den gleichen frauenfeindlichen Wind, der es in Stadthagen verhindert, dass der berechtigten Forderung von Frau Mensching – Frauen zum Schützenfest zuzulassen –nachgekommen wird.
 Es ist höchste Zeit, dass sich die Bürgerinnen und Bürger Stadthagens hinter Frau Mensching stellen. Warum haben sich Bürgermeister und Rat gegen die Ablehnung des Frauen-Rotts beim historischen Schützenfest Stadthagen noch nicht klar und unmissverständlich positioniert? Es ist ihre Pflicht zu prüfen, ob Zuschüsse aus dem kommunalen Haushalt bewilligt werden dürfen für ein Fest, das Frauen ausschließt und das von einem Festkomitee organisiert wird, das seine Geringschätzung gegenüber Frauen mit diskreditierenden Äußerungen, Autoaufklebern und vermeintlich witzigen Gedichten öffentlich zum Ausdruck bringt.
 An Ironie, Sarkasmus und Frauen diskriminierenden Sprüchen ließen die Antworten des Festkomitees auf den Antrag von Frau Mensching nichts vermissen. Es ist bedrückend, dass es unter sämtlichen Mitgliedern, Organisatoren und Sponsoren niemanden zu geben scheint, der bereit ist, gegen dieses peinliche Festkomitee aufzustehen.
 Liebe Stadthäger Männer, es ist an der Zeit, dass Eurer Festkomitee Gegenwind aus den eigenen Reihen bekommt! Das wäre dann wirklich einen Artikel mit dieser Überschrift wert!

Prof. Kathrin Lemme
Hamburg (früher Stadthagen)

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