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Zeitumstellung: Hört auf zu jammern!

Zu dem Thema Zeitumstellung Zeitumstellung: Hört auf zu jammern!

Alle Jahre wieder kommt – Nein – nicht das Christuskind, das ist im Dezember. Im Märzen kommt auch nicht der Bauer, sondern der Sommerzeitjetlag! Millionen Menschen „quälen sich müde und geschunden“ aus den Betten wegen der Zeitumstellung und der „viel zu kurzen Nacht“. Es handelt sich um eine „Tortur“.

Laut Ihrem Bericht, aus dem ich schon oben so frei war, zu zitieren, lehnen „fast Dreiviertel“ der Deutschen die Sommerzeit ab. Und das, obwohl nur „jeder Dritte“ angibt, schon einmal Probleme gehabt zu haben. Was die Frage aufwirft, warum die restlichen 42 Prozent überhaupt dagegen sind.

 Nur jeder Zehnte nennt als Grund „depressive Verstimmungen“ – die ich, wenn ich ehrlich sein soll, fast jeden Morgen unabhängig von der Zeit habe. Ich frage mich, warum sich trotz dieser Unzumutbarkeiten immer wieder so viele Menschen in ebenso viele Flugzeuge setzen, und sich um die Welt fliegen lassen – meistens in Zeitzonen, die weit mehr als eine Stunde auseinander liegen. Und das freiwillig, also offensichtlich ohne irgendwelche Probleme der zuvor genannten Art. Kein Jetlag, keine Verstimmungen.

 Auch ist mir unklar, wie jene Menschen ihr Leben meistern, die freiwillig mal eine Stunde früher aufstehen. Vielleicht, weil sie Überstunden machen sollen, und ihren Job nicht verlieren wollen, oder weil die Kinder mal früher zur Schule müssen, oder weil sie einfach viel zu erledigen haben. Oder jene, die abends mal eine Stunde später ins Bett kommen, weil ihnen vielleicht das Fernsehprogramm mal gut gefallen hat, oder weil Tante Frieda angerufen hat, und die ist ja Rentnerin. Alle gequält und geschunden?

 Aber dann kommt natürlich das Argument, dass die Zeitumstellung energetisch nichts bringt. Das hat auch zuletzt, glaube ich, Kaiser Wilhelm II gedacht. Was fehlt, ist noch der Landwirt, dem sein Vieh ganz durcheinander kommt, obwohl das ja, nach allem was wir wissen, gar keine Uhren lesen kann, also ohne Weiteres wie immer, das heißt nach der Sommerzeit, eine Stunde später versorgt werden könnte.

 Geht’s noch? Die Sommerzeit ist einfach nur schön. Weil man die Stunde morgens, in der es Ende März dann noch etwas dunkler ist, leicht verschmerzt angesichts der dann von heute auf morgen „geschenkten“ Stunde Helligkeit am Abend.

 Dieses bedeutet: Es wird Sommer! Der Winter hat wieder verloren. Man kann abends wieder raus aus den vier Wänden und die Natur genießen, und zwar ohne Taschenlampe. Natürlich nur, wenn man mal von seinem Smartphone, Tablet und Co. hochschaut.

 Also hört auf zu jammern!

Wilfried Mensching

Nienstädt

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