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Zum Kopfschütteln: Wie ist das eigentlich mit dem Gleichheitsprinzip?

Zur Sperrung des Heidornweges in der Bückeburger Niederung. Zum Kopfschütteln: Wie ist das eigentlich mit dem Gleichheitsprinzip?

Pünktlich zum Start in den Frühling hat die Verwaltung unserer Stadt Bückeburg ihre schon im Jahre 2012 getroffene Ankündigung bekräftigt, den letzten Teil des verlängerten Heidornweges mit Tor und Schloss versehen und so zum Ausdruck gegeben, dass hier Benutzer jeglicher Art nicht mehr gern gesehen sind.

Hierzu noch einmal die Realität: In Petzen/Evesen laufen zwei Verkehrswege schnurgerade und fast parallel in etwa 100 bis 200 Metern Entfernung zueinander auf die Riehestraße, der Kreisstraße zwischen Nordholz und Meinsen. Der eine, inzwischen mit Fördergeldern der EU hergerichtete Koppelweg, ist jetzt eine abgewalzte Kies- und Schotterstrecke. Er wurde von Fahrern landwirtschaftlicher Fahrzeuge überhaupt nicht angenommen. Warum auch? Nebenan verlief der Heidornweg, eine durchgehend asphaltierte Wegstrecke. Dieser Weg, mit einer Schnellfahrstrecke verwechselt, verdrängte Spaziergänger und Radfahrer immer an den Grabenrand.
 Mit der Fertigstellung des Koppelweges wuchs bei den Benutzern des Heidornweges die Hoffnung, nun endlich die Nutzer landwirtschaftlicher Fahrzeuge von den anderen zu trennen. Zum Wohl aller Verkehrsteilnehmer und im Sinne der städtischen Werbung „Konflikte mit anderen Verkehrsteilnehmern vermeiden“.
 Mit der oben genannten Regelung wird nun jeder Fußgänger und Radfahrer auf den entfernteren Koppelweg geleitet, womit wir wieder am Anfang sind, der Konfrontation mit inzwischen übergroßen landwirtschaftlichen Fahrzeugen.
 Und welchen Wegezustand finden wir hier vor? Schon Ende 2012 wurde im Ortsrat Evesen die Baumaßnahme nicht nur kritisiert, sondern sogar als „Katastrophe“ bezeichnet. Dieser Zustand könnte allmählich wieder eintreten: Die jahreszeitbedingte Wetterlage und viel zu hohe Geschwindigkeiten von landwirtschaftlichen Fahrzeugen lassen schon jetzt die ersten Schlaglöcher erkennen. Verunreinigungen durch Grabenaushub – insgesamt eine Fläche von Matsch und Dreck.
 Fußgänger und Radfahrer haben ja schon jahrelange Erfahrung damit, auf dem Heidornweg von übergroßen landwirtschaftlichen Fahrzeugen an den Rand gedrängt zu werden. Aber wie sieht es aus mit den gesundheitlich schwächeren unserer Gesellschaft, den Rollstuhlfahrern und Benutzern von Rollatoren? Hier könnten unsere Entscheidungsträger einmal unter Beweis stellen, wie ehrlich sie es mit dieser Bevölkerungsgruppe meinen.
 Der auf die Riehestraße auslaufende Heidornweg ist eine fast 100 Jahre alte Verbindung, durchgehend asphaltiert, beidseitig heckenartig bewachsen und deswegen von allen Benutzern so geliebt. Eine mögliche Berührung mit Zugvögeln oder Nistplätzen ist überhaupt nicht zu erkennen: Die Ruheplätze liegen an entfernt geschaffenen Wasserstellen.
 Andere Wasserstellen in diesem Schutzgebiet wurden wiederum sehr nahe an die asphaltierte Wegstrecke herangebaut und nicht gesperrt. Zustimmung und Ablehnung hängen immer von der politischen Kraft einzelner Entscheidungsträger unserer Stadt ab. Wo beginnt und endet eigentlich das Gleichheitsprinzip?
 Was bleibt? Abschluss aller Baumaßnahmen soll die Erstellung von Parkplätzen am Rande des Naturschutzgebietes werden – auch mit EU-Mitteln gefördert. Falls danach im Fördertopf noch ein Rest verbleiben sollte, könnte an jedem Parkplatz eine Klappbox aufgestellt werden – mit dem jetzt schon vorhandenen Werbematerial unser Tourist-Information bestückt, könnte der Besucher sich freuen „auf eine Zeitreise durch Wälder, Berge und Täler“. Was bleibt ist ein Kopfschütteln.
Wilhelm Vogt,
Röcke

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