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Der Norden 20 neue Sozialarbeiter helfen Brennpunktschulen
Nachrichten Der Norden 20 neue Sozialarbeiter helfen Brennpunktschulen
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07:55 10.08.2017
Von Saskia Döhner
„Nur ein Tröpfchen auf den heißen Stein“?: An der IGS Vahrenheide/Sahlkamp soll ein weiterer Schulsozialarbeiter die Kinder unterstützen. Quelle: Simon Peters
Hannover

Für Schulen in sozialen Brennpunkten schafft das Land zum neuen Schuljahr 20 neue Sozialarbeiter-Stellen. Ein Viertel davon soll nach Hannover in die Stadtteile Vahrenheide/Sahlkamp und Mühlenberg/Ricklingen gehen. Hier hatten sich Eltern in Brandbriefen beschwert, dass normaler Unterricht kaum noch möglich sei. In den Klassen säßen nahezu nur noch Kinder ohne Deutschkenntnisse, aber mit Verhaltensproblemen und Lernschwierigkeiten. Viele Schüler und Eltern seien gewaltbereit. Es fehlten Sprachlehrer, aber auch Sonderpädagogen. „Wir wollen, dass die Startbedingungen für Kinder in diesen Gegenden besser werden“, sagte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD).

Die 20 neuen Schulsozialarbeiter sollen bei der Integration helfen, Konflikten vorbeugen, Schulschwänzer überzeugen, doch lieber einen Abschluss zu machen, Jugendliche, aber auch speziell Eltern beraten. Besetzt werden die Stellen aber vermutlich erst gegen Ende des Jahres.

Ein Sozialarbeiter für jede Ganztagsschule

Die Zahl der Sozialpädagogen im Landesdienst soll bis 2021 auf knapp 900 steigen. Ziel sei es, jede Ganztagsschule auch mit einem Sozialarbeiter auszustatten, sagt Kultusministerin Frauke Heiligenstadt. 2013 gab es landesweit gut 200 Schulsozialarbeiter, 2021 sollen es dann genau 898 an 1300 Schulen sein, davon sind rund 100 Berufsbildende Schulen. Angesichts der Flüchtlingswelle war die Zahl im vergangenen Schuljahr um 600 Stellen aufgestockt worden. Sollten sie früher älteren Schülern bei der Berufsorientierung helfen, unterstützen sie jetzt auch Grundschulen bei der Integration. An Gymnasien wird es erst ab 2019 Sozialarbeiter im Landesdienst geben. Einen Überblick über die Gesamtzahl der Sozialarbeiter an den Schulen hat das Ministerium nicht. Denn an manchen Schulen arbeiten Sozialarbeiter, die bei den Kommunen oder freien Trägern beschäftigt sind.

Neben Hannover sollen auch Schulen in Salzgitter, Braunschweig, Delmenhorst, Wilhelmshaven, Hildesheim, Lüneburg-Kaltenmoor, Emmerthal-Amelgatzen und Quakenbrück-Neustadt Hilfe bekommen. Einige Viertel gelten laut Heiligenstadt schon seit den Siebzigerjahren als soziale Brennpunkte. In anderen sei der Ausländeranteil durch Zuwanderung aus Osteuropa in den vergangenen Jahren rasant gestiegen. Bei der Auswahl seien Faktoren wie die Arbeitslosenquote, der Migrantenanteil, die Zahl der Alleinerziehenden und der Bezieher von Hartz-IV-Leistungen berücksichtigt worden.

„Wir ersetzen nicht die kommunale Jugendhilfe“

Welche Schulen genau weitere Sozialarbeiter bekommen, soll ab nächster Woche in Gesprächen mit den Schulen und Kommunen geklärt werden. Wichtig sei es, Angebote der Stadt und freier Träger mit den Sozialarbeitern im Landesdienst zu verzahnen, betonte Heiligenstadt. „Wir ersetzen nicht die kommunale Jugendhilfe.“

Für die Opposition sind die 20 Stellen nicht mehr als „ein Tröpfchen auf den heißen Stein“. Björn Försterling (FDP) sprach von einem „Akt der Hilflosigkeit“. In Hannover sind die Grundschulen Mühlenberg, Wilhelm-Busch-Schule sowie die Johannes-Kepler-Realschule und die Peter-Ustinov-Oberschule sowie das Gymnasium Herschelschule, die Integrierte Gesamtschule Vahrenheide/Sahlkamp und die Grundschulen Hägewiesen, Tegelweg und Fridtjof-Nansen-Schule an den Gesprächen über die neuen Sozialarbeiter beteiligt. Eine halbe Stelle pro Schule werde die großen Probleme kaum lösen können, meint CDU-Ratsherr Felix Blaschzyk.

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