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Der Norden So bereitet sich das ostfriesische Rußland auf die WM vor
Nachrichten Der Norden So bereitet sich das ostfriesische Rußland auf die WM vor
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18:17 13.06.2018
Zur WM sendet das ARD-Morgenmagazin aus dem ostfriesischen Rußland (Gemeinde Friedeburg). Die Rathausmitarbeiter sind schon völlig aus dem Häuschen. Quelle: Julia Polley
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Friedeburg

Johann Christians legt zwei Hebel um. Zögerlich springt der olivfarbene Trecker an – ehe er schließlich laut knatternd dunkle Rauchwolken aus dem Auspuff spuckt. Zufrieden tuckert der 71-jährige Ostfriese auf seinem Traktor vom Hof – die Proberunde für den großen Fernsehauftritt in Rußland ist geglückt. Weil das Gastgeberland der Fußball-Weltmeisterschaft genauso heißt wie das kleine Dorf in Ostfriesland, will das ARD-Morgenmagazin an zwölf Tagen frühmorgens live aus Rußland in der Gemeinde Friedeburg (Landkreis Wittmund) senden. Oldtimerfan Christians wird oft zu sehen sein: Der 71-Jährige ist der Chauffeur von Moderator Peter Großmann.

Die Kulisse für die Sendungen bildet ein privates Seegrundstück. Die Locationscouts des Morgenmagazins haben es gewählt, weil es dort Sträucher, Bäume und ein bisschen Wasser zu filmen gibt – karge Landschaft, fast wie im echten Russland. Doch der Drehort passt auch zu Rußland, das seinen Namen unter anderem deshalb trägt, weil der Boden dort sehr karg und unfruchtbar gewesen sein soll. Eine zweite Überlieferung besagt, das in dem Dorf einst ein armer Bauer gelebt haben soll, der eine raue Art hatte und deswegen „Russe“ genannt wurde.

Seegrundstück als Kulisse

Rau sind die heutigen Bewohner nicht, aber ostfriesisch trocken. Fragt man Chauffeur Christians, der den Moderator mit seinem Schlüter DS 25/28, Baujahr 1951, vom Seegrundstück zum zweiten Sendeplatz auf den Campingplatz Marienfeld im Nachbarort Marx fahren soll, ob er sich auf seinen Auftritt besonders vorbereitet, sagt der nur: „Diesel tanken, und dann geiht dat los.“

Ganz Rußland ist angesichts der Live-Übertragung schon im Fußballfieber: Der Handarbeitsclub strickt Wollsocken in den Deutschlandfarben, die Anwohner am Mickenbarger Weg haben selbst gebastelte Fußbälle aus Holz im Vorgarten aufgestellt, der Kunst- und Kulturkreis kocht russische Gerichte und ein Bildhauer hat eine riesige Matroschka geschnitzt, die nun neben dem Ortsschild steht. Im Heimatmuseum gibt es während der WM gar eine Matroschka-Sonderausstellung – mit mehr als 200 russischen Schachtelpuppen aus Holz.

Schnaps aus Rußland

Auch der Alkohol darf nicht fehlen: Der in Rußland ansässige Spirituosenhersteller Heiko Blume plant einen neuen Schnaps zum WM-Start. „Es wird ein Kurzer sein, der außergewöhnlich ist“, sagt Seniorchef Heiko Blume. Doch mehr Details will er noch nicht verraten.„Für uns ist der Dreh ein Riesengewinn“, sagt Nils Janßen, Fachbereichsleiter für Öffentlichkeitsarbeit und Tourismus. „Wir wollen mit den Aktionen auf uns aufmerksam machen.“ Alle Ideen stellt die Touristeninformation auf ihrer Facebook-Seite vor. „Die Euphorie im Ort ist groß.“

In Niedersachsen gibt es neben Rußland noch weitere lustige Ortsnamen.

Morgenmagazin holt Ex-Profis nach Ostfriesland

An zwölf Tagen sendet das ARD-Morgenmagazin (Moma) aus Rußland. Zwischen 5.30 und 9 Uhr wird es jeweils sechs bis sieben Liveschalten aus Köln in das ostfriesische Dorf geben. Am 14. und 15. Juni, vom 25. bis 29. Juni und vom 9. bis 13. Juli können Interessierte live bei der Produktion dabei sein. Wie Moma-Redakteur Uwe Kirchner berichtet, soll es in Rußland neben Bühne und Fußballfeld auch ein Playmobilstadion geben, in dem entscheidende Spielszenen nachgestellt werden können.

Moderator Peter Großmann wird über die WM berichten, Fußballexperten und Musikgruppen begrüßen. „Direkt am ersten Tag wird der ehemalige Fußballprofi Olaf Thon zu Gast sein“, verrät Kirchner. Auch der ehemalige Bundesligaprofi Mike Büskens, die ehemalige Fußballnationalspielerin Inka Grings und der Ex-Eishockeyspieler Christian Ehrhoff haben zugesagt. Auch Moma-Moderator Yared Dibaba wird aus Ostfriesland berichten. Wie er auf Facebook berichtete, sei er perplex gewesen, als er am Telefon erfahren habe, dass er aus Russland berichten soll. Erleichtert habe er wenig später begriffen, dass von Rußland in Ostfriedland die Rede war.

Von Julia Polley

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