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Der Norden Auf der A 7 droht ab Montag ein weiterer Stau
Nachrichten Der Norden Auf der A 7 droht ab Montag ein weiterer Stau
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00:15 26.09.2016
Zwei Spuren fallen weg: Wegen Bauarbeiten am Mittelstreifen müssen Autofahrer auf der A 7 mit Staus rechnen. Quelle: Julia Moras
Hildesheim

Erst im Mai 2014 war der Ausbau auf drei Spuren je Fahrtrichtung fertiggestellt worden - die Kosten betrugen rund 60 Millionen Euro.

Doch nicht einmal ein Jahr später kam ein Umweltskandal ans Licht. Beim Ausbau war altes Baumaterial, das mit sogenannten polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) belastet war, nicht richtig verbaut oder entsorgt worden. Dadurch wurden krebserregende Giftstoffe freigesetzt. Im Mittelstreifen der Autobahn sowie direkt neben der Fahrbahn stellten Prüfer Belastungen teilweise über dem Doppelten des Grenzwertes fest, ebenso in neuen Regenrückhaltebecken. Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr erstattete daraufhin im März 2015 Strafanzeige gegen unbekannt.

Jens-Thilo Schulze von der Straßenbaubehörde teilte gestern mit, dass ab dem kommenden Montag der Mittelstreifen mit einer Kunststoffdichtung versiegelt werde. „So wollen wir verhindern, dass der Regen ins Erdreich gelangt und die Schadstoffe herausgespült werden“, sagte Schulze. Wenn das belastete Material nicht mit Wasser in Berührung käme, richte es auch keinen Schaden an. Endgültig entfernt werden die Schadstoffe dann erst bei der nächsten turnusmäßigen Sanierung der Straße - „in 20 bis 30 Jahren“.

Für die Autofahrer hat der Pfusch am Bau allerdings jetzt schon Folgen. Sie müssen sich auf der viel befahrenen Strecke erneut auf Staus einstellen. In beiden Richtungen wird jeweils die linke Spur abschnittsweise für die Bauarbeiten gesperrt. Je nach Wetterlage wird die Sanierung des Mittelstreifens bis etwa Frühjahr 2017 dauern, kündigte der Sprecher der Landesbehörde an.

Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen noch

Streit um die Kosten wird es wohl in jedem Fall geben. Allein die Sanierung des Mittelstreifens kostet voraussichtlich 4 Millionen Euro. Dazu kommen 6 Millionen Euro, die bereits für Arbeiten an den Wegen im Bereich der Regenrückhaltebecken entlang der Strecke ausgegeben worden sind. Für die Seitenstreifen wird an einem Konzept noch gearbeitet. Die Arbeiten dort sind für das kommende Jahr geplant. Die Kosten übernimmt vorerst die Arbeitsgemeinschaft der ausführenden Straßenbaufirmen. Sie war auch für den vorangegangenen Ausbau der A 7 verantwortlich.

Doch die Unternehmen wollen sich das Geld notfalls vom Land zurückholen und haben bereits eine Klage angekündigt. Die Landesbehörde sieht der gelassen entgegen: „Unserer Ansicht nach müssen die Kosten in vollem Umfang von der Arbeitsgemeinschaft getragen werden“, sagte Schulze.

Ob der Millionen-Pfusch auch strafrechtliche Konsequenzen haben wird, ist weiterhin unklar. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hildesheim laufen noch, sagte deren Sprecher Christian Gottfriedsen. Im Fokus stehen vier Mitarbeiter der ausführenden Baufirmen und ein Mitarbeiter der Landesstraßenbauverwaltung. Gegen sie besteht der Verdacht des unerlaubten Umgangs mit Abfällen und der Bodenverunreinigung. Noch in diesem Jahr könnte die Entscheidung fallen, ob ein Strafverfahren eröffnet wird, kündigte Gottfriedsen an.

Gerko Naumann

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