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Der Norden Bad Bevensen setzt voll auf Gesundheitstourismus
Nachrichten Der Norden Bad Bevensen setzt voll auf Gesundheitstourismus
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00:16 19.06.2016
Die Therme ist der Mittelpunkt des einzigen Mineralheilbads in der Lüneburger Heide. Quelle: Bad Bevensen
Bad Bevensen

Rundum werden öffentliche Einrichtungen geschlossen, aber Bad Bevensen geht einen eigenen Weg. Das einzige Mineralbad in der Lüneburger Heide eröffnet morgen ein neues Kurhaus. „Es ist das modernste in Norddeutschland“, sagt Bürgermeister Martin Feller (Grüne). Im großen Saal werden 500 Menschen Platz finden, die Bühne lässt sich im Sommer zum Kurpark hin öffnen. Das Land hat den Bau, barrierefrei und mit viel Glas, mit drei Millionen Euro unterstützt, der Landkreis Uelzen mit einer Million. Das Konzept Kur, wird hier demonstriert, lebt trotz aller Krisen weiter.

Ein traditioneller Kurort ist Bad Bevensen nie gewesen. „Dass die Mineralquelle gefunden wurde, ist einem Zufall zu verdanken“, sagt Stadtsprecher Jörn Nolting. Eigentlich sei die Deutsche Erdöl-Aktiengesellschaft, als sie 1964 in 3000 Meter Tiefe bohrte, auf der Suche nach Erdgas gewesen. Die Entdeckung der warmen Jod-Sole, die Gelenkbeschwerden lindern soll, veränderte die kleine Stadt: Bevensen wurde 1975 zum Kurort, ein Jahr später wurden Kurhaus und Thermalbad eröffnet. Ein Herz- und Gefäßzentrum trägt zusätzlich zum Charakter als Gesundheitsort bei.

In den Neunzigerjahren traf eine bundesweite Gesundheitsreform Bad Bevensen wie andere Kurorte hart. Auf Gäste, deren wochenlanger Erholungsurlaub von Krankenkassen bezahlt wurde, konnten die Badeorte fortan nicht mehr zählen. Doch neuerdings scheinen sie wieder wie in ganz alter Zeit Selbstzahler anzulocken – wenn auch nur für wenige Tage.

„Die Kur- und Erholungsorte sind Dreh- und Angelpunkte des Gesundheitstourismus“, sagt eine Sprecherin von Wirtschaftsminister Olaf Lies in Hannover. Wachsendes Gesundheitsbewusstsein, die Folgen des demografischen Wandels und längere Lebensarbeitszeiten deuteten weiter auf ein großes Potenzial in diesem Bereich hin. Das zeige sich auch an den Übernachtungszahlen: Mehr als 22 Millionen Übernachtungen, und damit mehr als jede zweite Übernachtung in Niedersachsen, fanden 2015 demnach in einem der Kur- und Erholungsorte statt.

„Die Menschen tun etwas für ihre Gesundheit“, meint auch Birgit Rehse vom Niedersächsischen Heilbäderverband. „Besonders die Heilmittel aus der Natur sind wieder gefragt.“ Das gelte nicht nur für Mineralquellen, sondern beispielsweise auch für die bewährten Methoden von Sebastian Kneipp: „Da geht es auch um Ernährung, Bewegung und um das, was man heute Work-Life-Balance nennt.“ Viele gönnten sich im Kurort eine kurze Auszeit vom Alltag. Von den Reha-Patienten, die sich auf Kassenkosten – auch in Bad Bevensen – von Operationen erholen, bekämen die Kurorte dagegen weniger mit, berichtet Rehse: „Die Patienten sind oft noch unbeweglich und bleiben in der Klinik.“

Mit der Eröffnung des neuen Kurhauses schließt Bad Bevensen vorläufig eine jahrelange Umbauphase ab. Seit 2009 wurden Kurpark, Fußgängerzone und Wege barrierefrei neu gestaltet, die Stadtbeleuchtung modernisiert, das Thermalbad erweitert. Für den Kurhausneubau sprach sich der Stadtrat mit nur zwei Gegenstimmen aus. Die Sanierung des alten Gebäudes, das dann abgerissen wurde, wäre die Stadt nach Angaben des Sprechers teurer gekommen. Weitere Zukunftsprojekte gibt es schon: Für ein Thermenhotel neben dem Kurhaus ist bereits ein Investor gefunden. Geplant ist zudem eine Geothermiebohrung. Mit der Erdwärme, so die Vision, soll das Kurhaus später beheizt werden.

Von Gabriele Schulte

Kurorte werden alle zehn Jahre neu anerkannt

Für die Anerkennung als Kurort muss ein Ort bestimmte Standards erfüllen. Zum Angebot gehören müssen ein gepflegter Kurpark, ein gut ausgeschildertes Wegenetz und ein attraktives Veranstaltungsprogramm. Das Prädikat wird vom Wirtschaftsministerium in Hannover vergeben. 36 Heilbäder und Kurorte sind dort verzeichnet. Dazu kommen sieben Nordseeheilbäder, 15 Luftkurorte und 53 Erholungs- und Küstenbadeorte. Das Anerkennungsverfahren ist in der Kurortverordnung des Landes geregelt. Daneben dienen die Begriffsbestimmungen des Deutschen Heilbäderverbandes und des Deutschen Tourismusverbandes als Beurteilungsgrundlage.
Die Einhaltung der Kriterien wird alle zehn Jahre – auf Kosten des Kurorts – gründlich überprüft. So muss etwa über ein Jahr lang an verschiedenen Stellen im Ort die Luftqualität gemessen werden. Das ehemalige Kneipp-Heilbad Bad Fallingbostel verzichtete auf diesen Aufwand und verlor 2015 das Prädikat. Das „Bad“ bleibt im Stadtnamen und auf den Ortsschildern jedoch erhalten. So ist es im Kommunalverfassungsgesetz festgeschrieben.

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