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Der Norden Belastungen für Umwelt und Tiere verringern
Nachrichten Der Norden Belastungen für Umwelt und Tiere verringern
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22:50 22.02.2017
Von Jens Heitmann
Zu viele Chemikalien in der Landwirtschaft? Bauern wollen stärker auf den Naturschutz achten.  Quelle: Patrick Pleul
Hannover

In einer Wagenburg sind die Fronten klar: Die im Inneren kämpfen gegen jene, die hinein wollen. Verhandlungen erübrigen sich - zumindest so lange, bis sich abzeichnet, wer verliert.

Es sagt viel über die Landwirtschaft aus, wenn ihre Vertreter dieses Sprachbild wählen, um ihre Lage zu beschreiben: Man kann sich zwar gerade noch verteidigen, ein Ausweg aber ist nicht mehr erkennbar. Die Branche dürfe ihre Wagenburg nicht erst verlassen, „wenn sie wirklich nicht mehr zu halten ist“, sagte der Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), Carl-Albrecht Bartmer, am Mittwoch in Hannover.

„Optimum ist überschritten“

Der in der DLG zusammengeschlossene Kreis der marktwirtschaftlich ausgerichteten Bauern fordert deshalb ein Umdenken: Die Landwirtschaft müsse auch künftig ihre Produktivität erhöhen, um die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren - gleichzeitig müsse sie jedoch die Belastungen für die Umwelt minimieren und das Tierwohl verbessern, heißt es in dem Thesenpapier „Landwirtschaft 2030“, das die DLG vor einem Monat vorgestellt hat.

Bei ihrer Wintertagung auf dem hannoverschen Messegelände ging es jetzt darum, erste Pfade in Richtung auf dieses Ziel aufzuzeigen. Ausgangspunkt müsse eine ehrliche Bestandsaufnahme sein, sagte Bartmer vor rund 1200 Teilnehmern: „In China, Indien, Südamerika signifikant, aber auch in Deutschland haben Teile unserer Produktionskonzepte das Optimum überschritten.“

"Langjähriger Boom"

Die Verantwortung dafür müssten die Bauern auch selbst übernehmen, sagte DLG-Vizepräsident Hubertus Paetow. „Der langjährige Boom auf den Agrarmärkten hat uns vergessen lassen zu bremsen, bevor man gegen die Wand fährt.“ Zu enge Fruchtfolgen und zu hoher Chemikalieneinsatz führten beispielsweise zu immer mehr Resistenzen bei Pflanzen. Teilweise gingen die Ernten schon zurück.

Die Kritik der Verbraucher an der konventionellen Landwirtschaft wächst, die Gesetzgebung wird zunehmend restriktiver. „Über das Ordnungsrecht kann man aber nur Mindeststandards festlegen“, sagte der Präsident des Ökobauern-Verbandes Bioland, Jan Plagge. Deshalb sei es bedauerlich, dass es für innovative Ansätze aus den eigenen Reihen an positiven Anreizen fehle. Es sei deshalb wichtig, die Zahlung von Subventionen an neue Kriterien zu knüpfen.

Die Politik ist auf diesem Weg schon einen Schritt weiter. Mit der Rückendeckung der Agrarminister der Länder baut Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) Druck auf: Sie möchte die EU-Agrarzahlungen umschichten: Künftig soll es weniger Geld je Hektar geben - dafür aber mehr für den Umweltschutz und das Tierwohl. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) sträubt sich bisher noch gegen einen solchen Schwenk.

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