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Der Norden Blinde nehmen das Steuer in die Hand
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16:16 17.06.2016
Die nach einem Unfall stark sehbehinderte Eileen Lambrecht nimmt an einem ganz speziellen "Fahrtraining" teil. Quelle: dpa
Aurich

Einen Autoführerschein hat Helga Howe nie gemacht. Auch ist ihr das Zusammenspiel von Kupplung, Gas- und Bremspedal nur theoretisch bekannt. Doch heute darf die 53-Jährige ganz legal ans Steuer und etliche Runden in einem Auto drehen - obwohl sie komplett blind ist. "Das ist das Geile, ich darf alles selbst machen", freut sich Howe. Fast alles: Auf dem Beifahrersitz kontrolliert Fahrlehrer Hartmut Holzhüter jedes Manöver auf dem abgesperrten Übungsgelände im ostfriesischen Aurich. In kritischen Situationen kann er über das doppelte Brems- oder Kupplungspedal schnell eingreifen.

Das Fahrerlebnistraining des Blinden- und Sehbehindertenverbandes in Ostfriesland ist für die Teilnehmer eine beliebte, aber seltene Attraktion. Beim ersten Mal vor neun Jahren war auch Hartwig Aden dabei, jetzt fiebert er seiner nächsten Fahrt entgegen. "1980 habe ich meinen Führerschein gemacht und bin viele dicke Autos gefahren. 15 Jahre später war aber Schluss wegen einer Augenerkrankung", erzählt der 54-Jährige.

Danach kann der gelernte Installateur noch etwas Fahrrad fahren, inzwischen ist er ganz aufs Laufen angewiesen oder fährt bei Freunden und Verwandten mit: "Da habe ich manchmal Tränen in den Augen, wenn der Motor aufheult und die Gänge eingelegt werden. Autofahren ist so ein Stück Freiheit, das braucht man einfach."

Aden steigt ein, schnallt sich an und fährt nach kurzer Einweisung los. Mal legt er einen Schnellstart mit kurzem Sprint hin, dann wieder eine Vollbremsung oder eine enge Kurvenfahrt. Fahrlehrer Holzhüter gibt den Kurs mit Angaben zur Uhrzeit vor: 12 Uhr bedeutet geradeaus, 9 Uhr ist scharf links, und bei 15 Uhr geht es scharf nach rechts ab.

"Das war volle Konzentration, die Uhrzeit, die Pedale. Aber es konnte ja nix passieren, alles ist sicher", freut sich Howe beim Aussteigen. Nach ihr steigt Eileen Lambrecht ins Auto, die seit einem Unfall vor vier Jahren nicht mehr Auto gefahren ist. "Das macht großen Spaß, beim nächsten Mal bin ich wieder dabei", sagt die 24-Jährige anschließend.

Ein Stück Freiheit erfahren, selbst den Kurs bestimmen, auch wenn es mit professioneller Anleitung ist. Das ist das Ziel des Fahrtrainings, das Andrea Sweers vom Regionalverband Ostfriesland mit organisiert hat. "Die Teilnehmer können unter Anleitung all das ausprobieren, was für uns Sehende selbstverständlich ist", sagt sie. Im Vordergrund stehe zwar das körperliche Erlebnis mit wechselnden Verkehrssituationen wie Vollbremsung oder hohem Tempo: "Aber wir wollen auch Mut machen, außergewöhnliche Dinge auszuprobieren." Als nächstes plant Sweers einen Nähkurs und eine Schulung, damit auch blinde Menschen ihre Smartphones besser zur Kommunikation nutzen können.

dpa

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