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Der Norden Initiative will falsch geparkte Autos einwickeln
Nachrichten Der Norden Initiative will falsch geparkte Autos einwickeln
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07:26 11.01.2019
Mitarbeiter einer Initiative bekleben ein falsch parkendes Auto mit Post-it-Zetteln. Diese Aktion aus Heidelberg soll in ähnlicher Form in Bremen wiederholt werden. Quelle: Uwe Anspach/dpa
Bremen

Wer zu Fuß oder mit den Rad unterwegs ist, kommt sich in vielen Innenstädten zuweilen wie auf einem Hindernisparcours vor. Falschparker blockieren Fuß- und Radwege - und das sei in vielen Fällen nicht nur lästig, sagte Wolfgang Köhler-Naumann von der Initiative „Platz Da!“. Mit Kinderwagen oder Rollstuhl sei oft kein Durchkommen mehr, für Kinder werde das Überqueren von Straßen zum Risiko. Falsch parkende Autos behinderten die Müllabfuhr und im schlimmsten Fall sogar Rettungswagen. Dagegen wollen Bürger in Bremen am Freitag ein Zeichen setzen: Sie werden ein besonders riskant abgestelltes Auto in Packpapier und Geschenkband entwickeln.

 

 

„Das soll ein freundlicher Hinweis sein“, sagte Köhler-Naumann. Doch dabei will es die Initiative nicht belassen: Im vergangenen November hat sie einen Bürgerantrag auf den Weg gebracht, den bereits mehr als 1000 Menschen unterschrieben haben. „Es geht darum, mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer in der Stadt zu schaffen“, erläutert Köhler-Naumann. Sollten 4000 gültige Unterschriften von Einwohnern ab 16 Jahren zusammengekommen, muss sich die Stadtbürgerschaft mit dem Thema beschäftigen. Die Initiative will den Antrag voraussichtlich im Spätsommer der neuen Landesregierung übergeben.

 

 

In Hannover gibt es ähnliche Probleme. Dass Autos Rettungszufahrten zuparkten, komme zwar eher selten vor, sagte Stadtsprecher Udo Möller. Dass Autofahrer Gehwege und andere Flächen wegen fehlender Parkplätze zustellen, nehme dagegen zu. „Eine Ursache dafür, dass sich das Parkplatzproblem verstärkt, ist sicher auch, dass sehr viele der heutigen Fahrzeuge größer sind als noch von etwa zehn Jahren“, erläuterte Möller.

 

 

Die Stadt verhängt gegen die Parksünder in der Regel Bußgelder. Abschleppen lässt sie diese nur bei unmittelbarer Gefahr oder wenn diese Rettungswege blockieren. Um das Problem mit den Falschparkern langfristig zu lösen, will die Stadt den öffentlichen Nahverkehr weiter fördern, die Situation für Radfahrer verbessern und die Parkplätze in den Stadtteilen ausbauen.

 

 

Nach Ansicht der Bremer Bürgerinitiative unternimmt die Politik bisher zu wenig gegen Falschparker. 2014 hatte die Bürgerschaft einen Verkehrsentwicklungsplan verabschiedet, in dem es heißt: „Bremen setzt ein Programm um, bei dem das illegale Parken von Autos erschwert wird und die Fuß- und Rettungswege freigehalten werden.“ Die Politik habe das Problem zwar erkannt, Maßnahmen ließen aber auf sich warten, sagte Köhler-Naumann. Mit dem Bürgerantrag will die Initative diese nun zum Handeln bringen. Konkret fordert sie: mehr Falschparker abschleppen, mehr Personal für Kontrollen und mehr Investitionen in den Fuß- und Radverkehr.

 

Von RND/lni

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