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Der Norden Bremer Polizei gelingt Schlag gegen Drogenmafia
Nachrichten Der Norden Bremer Polizei gelingt Schlag gegen Drogenmafia
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21:37 18.10.2016
Erfolg mit bundesweiter Bedeutung: Frank Passade, Sprecher der Staatsanwaltschaft.
Bremen

Sechs mutmaßliche Haupttäter säßen in Untersuchungshaft, teilten die Behörden mit. Was den Erfolg der Ermittler besonders wertvoll macht: Sie haben wichtige Erkenntnisse über die Organisation des Drogenverkaufs gewonnen, für die sich auch andere Bundesländer interessieren. Demnach handelt es sich bei den Dealern um Asylbewerber aus Westafrika. Den Erkenntnissen der Ermittler zufolge hatten die mutmaßlichen Täter in ihrer Heimat keinen Kontakt zu Drogen und haben auch in Deutschland nicht damit begonnen, Rauschgift zu konsumieren. Das Geld aus dem Drogenhandel hätten sie in ihre Heimat geschickt, um ihre Familien zu unterstützen.

„Es ist ein Thema, das bundesweite Bedeutung hat“, sagte Heinke. Deutschlandweit gebe es einen hohen Organisationsgrad. Die Täter seien in der Regel international vernetzt. Einige Männer seien bereits in ihrer Heimat angeworben worden, andere kämen mit der Hoffnung auf eine Ausbildung und reguläre Arbeit nach Bremen. Dort würde ihnen dann aber der Drogenhandel als einzige Möglichkeit nahegelegt.

Mehr als acht Monate lang arbeiteten zahlreiche Ermittler in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft zusammen, wie Andree Lehmann von der Kriminalpolizei berichtete. Zeitweise seien fast 300 Einsatzkräfte aus Bremen und Niedersachsen beteiligt gewesen. Insgesamt werde gegen 15 Tatverdächtige ermittelt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Frank Passade. Ihm zufolge sind die Männer zwischen 19 und 38 Jahre alt. Teilweise sollen sie Minderjährige als Dealer angeworben haben.

Der Drogenverkauf in Bremen sei über mehrere Hierarchien organisiert, erläuterte Lehmann, der die verdeckten Ermittlungen der Polizei geleitet hatte. Neue Dealer würden organisiert auf die Arbeit vorbereitet; es gebe ein System, um sich gegenseitig vor Polizisten zu warnen. Dass nun die mutmaßlichen Haupttäter verhaftet seien, sei ein empfindlicher Schlag gegen die Szene.

Um den Drogenhandel künftig einzudämmen, sind außer konsequenten Kontrollen auch direkte Ansprachen geplant. Die Dealer sollten gezielt in ihrer Heimatsprache angesprochen und auf Alternativen zum Drogenverkauf hingewiesen werden, sagte Lehmann. Ihnen müsse klargemacht werden, welche Konsequenzen drohten. „Es gibt nie einen Grund, mit Betäubungsmitteln zu dealen, weil unser Sozialstaat immer ausreichende Möglichkeiten vorsieht, den Lebensunterhalt auf andere Art und Weise sicherzustellen“, sagte Heinke.

Helen Hoffmann

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