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Der Norden Der erste deutsche Panzer wird 100
Nachrichten Der Norden Der erste deutsche Panzer wird 100
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14:34 30.01.2017
Museumsbesucher betrachten einen Nachbau des "A7V". Quelle: dpa
Munster

In Munster steht ein tonnenschweres Gefährt aus Stahl, ein Nachbau des ersten deutschen Panzers. Die Anfänge der neuen Kriegswaffe waren technisch wenig überzeugend, ihre militärische Bedeutung kam erst später. Zunächst wirkten die Ungetüme vor allem psychologisch. Entscheidend wurde sie erst nach den Materialschlachten der Jahre 1914 bis 1918, später nannte man das millionenfache Sterben den Ersten Weltkrieg.

Der "A7V" im Deutschen Panzermuseum Munster ist ein Nachbau. Schwer vorstellbar, dass in dem nur gut sieben Meter langen Gefährt im Kampfeinsatz meist um die 20 Soldaten Platz finden mussten. Dazu gehörten außer dem kommandierenden Leutnant der Stammbesatzung auch zwölf MG-Schützen sowie etwa Offiziersbursche, Geschützführer und Richtkanonier. Für die Kommunikation war ein Brieftaubenwart dabei.

"Die Lebensbedingungen hier drin waren fürchterlich", sagt Museumsleiter Ralf Raths. Von zwei Motoren angetrieben brachte der "A7V" die Soldaten ins Gefecht. "Im Innern konnten sie sich nur gebückt bewegen, wenn überhaupt", beschreibt Raths. "Es herrschten Enge, Gestank und ohrenbetäubender Lärm." Eine Innenbeleuchtung gab es nicht, wegen der Motoren stieg die Temperatur auf bis zu 60 Grad.

In der monatelang tobenden Schlacht an der Somme hatten die Briten nach schwersten Verluste erstmals Panzer eingesetzt, das war am 15. September 1916. Sie sollten im erstarrten "A7V" - der erste deutsche Panzer wird 100

In Munster steht ein tonnenschweres Gefährt aus Stahl, ein Nachbau des ersten deutschen Panzers. Die Anfänge der neuen Kriegswaffe waren technisch wenig überzeugend, ihre militärische Bedeutung kam erst später. Zunächst wirkten die Ungetüme vor allem psychologisch.

Stellungskrieg Stacheldrahtbarrieren und Gräben überwinden, um die todbringenden Maschinengewehre und Feldgeschütze auszuschalten. Allein am ersten Tag der Schlacht im Juli hatten die Briten mehr als 19 000 Gefallene zu beklagen. "Sie haben Blut durch die Panzer gespart", sagt Raths. Technisch war es eine Premiere mit vielen Pannen, doch psychologisch waren die Tanks ein Erfolg.

"Viele der deutschen Soldaten in den Stellungen erstarrten, als die stählernen Ungetüme mit ihren Raupenketten auf sie zurollten und um sich schossen", sagt Raths. 30 Tonnen schwer, nicht schneller als ein Spaziergänger - aber scheinbar unaufhaltsam. "Entlang der gesamten Front griffen die deutschen Soldaten zu Begriffen wie Monster, Drache oder Ungeheuer." In Deutschland und Österreich blieben die Generäle zurückhaltend, rar gewordene Metalle wurden für U-Boote gebraucht. "Auf dem Land schien eine Panzerabwehr mit klassischen Waffen erfolgversprechend genug zu sein", sagt Raths.

Doch um nicht ganz den Anschluss zu verlieren, wurde hastig mit der Entwicklung eines eigenen Panzers begonnen und im Januar 1917 wurde der Prototyp in Berlin vorgeführt. "Gegen einen groß angelegten Panzerbau entschied sich die Oberste Heeresleitung wegen der fehlenden Ressourcen und der mangelnden Erfolgsaussichten - also aus guten Gründen", sagt Raths. Benannt wurde der "A7V" nach dem zuständigen Amt der Abteilung 7 Verkehrswesen.

Bis Kriegsende wurden nur 20 der neuen Kampfwagen fertiggebaut. Ende Oktober 1917 begann die Auslieferung, am 21. März 1918 kam es zum ersten Einsatz. Der Aufbau aus Stahlplatten saß auf einem ungepanzerten Fahrgestell, das Ergebnis wog 32 Tonnen.

Oft überhitzten beim Einsatz die Motoren, die Ketten sprangen ab, immer wieder versagte das Getriebe - den Briten ging es nicht besser. Ein "A7V" mit dem Namen "Mephisto" kippte in einen der Granattrichter und wurde von der Besatzung aufgegeben. Australische Soldaten bargen das Gefährt, 1919 wurde es nach Sydney gebracht. Heute steht der Panzer in Brisbane, er gilt als letzter erhaltener "A7V" weltweit.

Engländer und Franzosen entwickelten die neuen Gefährte weiter. Im November 1917 durchbrachen fast 500 britische Tanks in der Schlacht von Cambrai die deutschen Linien. "Die Panzer waren für die Alliierten äußerst nützlich, aber keine Wunderwaffen - sie brachten keine strategische Wende", sagt Raths. "Schnell wurden die deutschen Meister der Panzerabwehr, auch konnten sie rund hundert Tanks erbeuten und selber einsetzen."

Panzer veränderten erst später den Krieg für immer, ohne sie wären etwa Hitlers schnelle Eroberungsfeldzüge zu Beginn des Zweiten Weltkriegs nicht möglich gewesen. Bis heute sind die Tanks in vielen Versionen fester Bestandteil jeder Armee.

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