Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Der Norden Bahn hebt Preise im Nahverkehr an
Nachrichten Der Norden Bahn hebt Preise im Nahverkehr an
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:16 25.09.2016
Die Bahn berechnet bundesweit ihre Nahverkehrspreise neu - aber für Niedersachsen gelten Ausnahmen. Quelle: dpa
Berlin/Hannover

Im Regionalverkehr wird Bahnfahren für Pendler und Reisende demnächst teurer. Die Deutsche Bahn (DB) erhöht die Preise in den roten Nahverkehrszügen zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember im Schnitt um 1,9 Prozent, teils aber auch deutlich mehr. Dies gilt jedoch nur da, wo die DB den Nahverkehr allein betreibt - in Niedersachsen also nicht. Hier kosten die Nahverkehrstickets im landeseinheitlichen Verbund des Niedersachsentarifs zwar auch bald mehr, aber die Erhöhung fällt deutlich geringer aus als bei der Bahn. Das Niedersachsenticket soll gar nicht teurer werden, während die Bahn ihre Preise für entsprechende Angebote in anderen Bundesländern anhebt.

Wie aus internen DB-Unterlagen hervorgeht, ergeben sich spürbar höhere Fahrpreise für viele Bahnfahrer außerhalb Niedersachsens durch eine Änderung des Preissystems im Nahverkehr. Bisher erhöhen sich die Ticketpreise in Stufen, künftig wird wie zu Bundesbahnzeiten wieder kilometergenau gerechnet. Dadurch würden bei Einzel- und Zeitkarten „für den Kunden nicht nachvollziehbare Preissprünge reduziert“, räumt der Staatskonzern selbst ein.

Pendler besonders betroffen

Beispiel: Bisher zahlt man für eine 15 km lange Fahrt im Regionalzug 3,80 Euro, für eine 16 km lange Fahrt dagegen 4,50 Euro. Ab 11. Dezember kostet die kürzere Fahrt 4,10 Euro, also 30 Cent oder fast 8 Prozent mehr. Der Preis für die 16 km bleibt gleich, der Abstand verringert sich also. „In Summe wird das Preissystem für die Kunden gerechter“, argumentiert die DB, teilt aber gleichzeitig mit, dass dadurch die Ticketpreise im Schnitt um 2,7 Prozent steigen. Das gelte auch für Zeitkarten, die besonders Pendler häufig nutzen.

Auch für beliebte Sonderangebote im Nahverkehr müssen Bahnfahrer mehr zahlen. So kostet das Bayernticket, mit dem man einen Tag quer durchs Land fahren kann, künftig am Automaten und im Internet 25 Euro, das sind 2 Euro oder fast neun Prozent mehr. Am Schalter und in der Agentur sind 27 Euro fällig. Bis zu vier Mitfahrer zahlen nun je 6 Euro, bisher waren es 5 Euro. Die Ländertickets für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen werden je einen Euro teurer. Die Tageskarte für die Mitnahme des Fahrrads im Nahverkehr verteuert sich auf 5,50 Euro.

Was meinen Sie?

Zu diesem Artikel können Sie einen Kommentar abgeben. Bis zu drei Tage nach Veröffentlichung des Textes können Sie mit anderen Lesern über das Thema diskutieren. Sie finden die Anmeldung und die bereits abgegebenen Kommentare weiter unten auf dieser Seite. Reden Sie mit!

Die Preise im Nahverkehr der Deutschen Bahn steigen bereits seit 13 Jahren kontinuierlich zum jeweiligen Fahrplanwechsel im Dezember. Zuletzt hatte der Konzern die Fahrpreise in den Regionalzügen um im Schnitt 2 Prozent erhöht. Allerdings bestimmt die Deutsche Bahn nur für ein Fünftel aller Nahverkehrsfahrten selbst die Preise. Auf dem Großteil der Strecken entscheiden kommunale Verkehrsverbünde über die Tarife, die im Schnitt zuletzt teils noch stärker stiegen als die DB-Preise.

In Niedersachsen haben sich die Nahverkehrsanbieter 2013 auf ein einheitliches Preissystem, den „Niedersachsentarif“ verständigt. Geschäftsführer Andreas Meyer kündigte eine Entscheidung über eine „Preisanpassung“ in den nächsten Wochen an. Die Erhöhung werden aber „auf jeden Fall“ unter einem Prozent liegen. Das Niedersachsenticket soll unverändert 23 Euro plus 4 Euro für jeden Mitfahrer kosten. Schon vergangenes Jahr waren die Niedersachsen Meyer zufolge mit plus 0,7 Prozent deutlich unter der Preiserhöhung der Deutschen Bahn geblieben.

Thomas Wüpper

Niedersachsentarif

Der Niedersachsentarif ist der gemeinsame Tarif aller Eisenbahnunternehmen in Niedersachsen (DB Regio, erixx, evb, metronom, NordWestBahn und WestfalenBahn). Der Tarif gilt auf allen Verbindungen innerhalb Niedersachsens sowie für Fahrten zwischen Niedersachsen und Hamburg beziehungsweise Bremen. Zu dem Angebot gehört das „Niedersachsen-Ticket“. Damit können alle Züge im niedersächsischen Nahverkehr werktags von 9 Uhr bis 3 Uhr am Folgetag und am Wochenende von 0 Uhr bis 3 Uhr des Folgetages genutzt werden.

Wolfsburg. Die Bänder in der Golf-Produktion in Wolfsburg stehen schon wieder still. Wegen technischer Probleme im Presswerk muss VW die Fertigung seines Verkaufsschlagers für mehrere Tage stoppen, wie ein VW-Sprecher gestern auf WAZ-Anfrage bestätigte. Tausende Mitarbeiter bleiben ab heute zu Hause, erst am Mittwoch sollen im Werk Wolfsburg wieder Golf-Autos gebaut werden.

22.09.2016

Wilko Zicht (die Grünen) hat sein Mandat im Bremer Landtag niedergelegt, nachdem bei einer Hausdurchsuchung Betäubungsmittel bei ihm gefunden wurden. Die Drogen sollen allerdings aus der Zeit vor seiner Abgeordneten-Tätigkeit stammen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen illegaler Drogenbeschaffung.

22.09.2016

Krebserregendes Material wurde beim Ausbau der Autobahn 7 vor eineinhalb Jahren in Seiten- und Mittelstreifen gefunden. Während die Sanierung beginnt, ermittelt die Staatsanwaltschaft noch immer.

22.09.2016