Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Der Norden Vogelgrippe nicht zu stoppen - wer ist Schuld?
Nachrichten Der Norden Vogelgrippe nicht zu stoppen - wer ist Schuld?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 27.03.2017
In einem Stall im Kreis Oldenburg werden tote Puten verladen. Quelle: dpa
Hannover

Im Kampf gegen die hartnäckigste Vogelgrippe, die es je gab, wird der Ton zwischen den Beteiligten rauer. Nachdem Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) Geflügelhaltern im Landkreis Cloppenburg mangelnde Sorgfalt vorgeworfen hat, weist der Präsident des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft, Friedrich-Otto Ripke, diese Behauptungen nun empört zurück.

Virus verbreitet sich zwischen Betrieben

„Das ist nicht fair und nicht belegt“, sagte Ripke der HAZ. Die Branche befinde sich in einer Situation, bei der viele Betriebe existenzielle Ängste hätten, sagte Ripke. Er könne nicht verstehen, wie man den Landwirten in dieser Lage vorwerfen könne, nicht ausreichend darauf zu achten, das Virus nicht über Futter, Kleidung oder Geräte in die Ställe zu tragen. Übertragung von Stall zu Stall Genau das hatte Meyer am Mittwoch behauptet und sich dabei auf eine Untersuchung des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) gestützt.

Das Institut hatte für den Kreis Cloppenburg eine Besonderheit festgestellt: Während an allen anderen Orten und für Deutschland insgesamt sehr sicher Zugvögel für das Eintragen des Virus verantwortlich gemacht werden können, gebe es in Cloppenburg „starke Hinweise darauf, dass es dort zu einer Ausbreitung zwischen den Betrieben gekommen ist“, teilte das FLI gestern mit. Nach HAZ-Informationen haben die Prüfer teilweise dramatische Mängel gefunden: Demnach wurden Kadaver gemeinsam gelagert, Geräte zwischen den Betrieben ausgetauscht oder Hygiene-Schleusen vor den Ställen einfach nicht genutzt.

Mittlerweile 400.000 Tiere in Cloppenburg getötet

Die FLI-Experten empfehlen sogar zu prüfen, bei solchen Verstößen Zahlungen aus der Tierseuchenkasse zu kürzen. Diese Kasse zahlt für jedes Tier, das aus seuchenhygienischen Gründen getötet wurde, einen bestimmten Betrag. Einzelne schwarze Schafe möge es geben, doch das sei nicht die einzige denkbare Erklärung, meint Ripke. Es könne auch gut sein, dass der Wind für die Weiterverbreitung verantwortlich sei. „Bei starkem Wind erleben wir, dass die Betriebe fallen wie Perlen an der Schnur“, so Ripke. Ob nun Wind oder Mensch – in jedem Fall erweist sich die räumliche Nähe von Ställen als Problem. So halten auch die FLI-Experten in jedem Fall eine Verringerung der Betriebs- oder Tierdichte für sinnvoll.

Das könnte auch der Schlüssel für die Lage im Kreis Cloppenburg sein: Mittlerweile sind allein dort 400.000 Tiere getötet worden, neue Aufstallungen wurden wegen der Epidemie nicht erlaubt. Man hoffe, „dass der Seuchendruck geringer wird, durch diesen Rückgang der Population“, sagte Sabine Uchtmann, Sprecherin des Landkreises.

Größte Serie von Geflügelpest

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) sieht keine Anzeichen für ein Abklingen der Vogelgrippe in Deutschland. Mit 28 Ausbrüchen in Geflügelhaltungen im Jahr 2016 und 66 im Jahr 2017 handele es sich um die größte jemals dokumentierte Serie von Geflügelpest in Deutschland. In Niedersachsen wurden 37 Fälle des aggressiven Virustyps H5N8 seit vergangenem Herbst nachgewiesen – getötet werden dann aber jeweils gesamte Bestände.
FLI-Präsident Thomas Mettenleiter wies Kritik von Naturschutzverbänden zurück, die Geflügelpest sei nicht durch Wildvögel, sondern über Futter oder Tiefkühlgeflügel von Asien nach Deutschland gelangt. Zum einen sei die Vogelgrippe in Deutschland zuerst bei Wildvögeln und erst danach bei Nutzgeflügel aufgetreten. Zudem lasse sich der Weg des Virus und seiner Veränderungen von Asien über Russland nach Mitteleuropa genetisch gut nachvollziehen.

Es herrscht Verwirrung rund um die Männer, die in Göttingen wegen Terrorismusverdachts festgenommen wurden. Ihre Anwälte stellen fest: "Es gab keine Anschlagspläne". Denn Waffen wurden bei den Männern nicht gefunden.

26.03.2017

Landesumweltminister Stefan Wenzel sorgt sich um das Grundwasser in Niedersachsen und hat schärfere Kontrollen angekündigt. Besonders in der Nähe von landwirtschaftlichen Betrieben übersteigt die Nitrat-Belastung im Boden die Grenzwerte.

Michael B. Berger 26.03.2017

In Niedersachsen sind 7394 Langzeitstudenten an den Universitäten eingeschrieben. Ein Mann an der TU Braunschweig ist gar im 88. Semester – er studiert seit 44 Jahren. Aber lukrativ ist das unter finanziellen Gesichtspunkten nicht.

Michael B. Berger 23.03.2017