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Der Norden Diese Regeln sollen Unfälle beim Boßeln verhindern
Nachrichten Der Norden Diese Regeln sollen Unfälle beim Boßeln verhindern
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13:56 09.02.2019
ARCHIV Quelle: dpa
Breddenberg

Die Ursache des folgenschweren Verkehrsunfalls mit einer Boßelgruppe im Emsland ist noch nicht aufgeklärt. „Die Ermittlungen werden noch eine Weile dauern“, sagt eine Polizeisprecherin. Am Sonnabendabend vor einer Woche hatte ein 27 Jahre alter Autofahrer in Breddenberg mehrere Menschen aus einer Gruppe von etwa 25 Boßelspielern mit seinem Wagen erfasst. Acht Teilnehmer erlitten dabei zum Teil lebensgefährliche Verletzungen.

Strenge Sicherheitsregeln bei offiziellen Wettkämpfen

Boßeln ist vor allem an der Nordseeküste beliebt; Hochburgen in Niedersachsen sind Ostfriesland und das Oldenburger Land. Dabei muss eine Kugel mit möglichst wenigen Würfen über eine zuvor festgelegte Strecke befördert werden. Saison ist traditionell der Winter. „Beim Klootschießen wird anders geworfen, es wird auch auf dem Feld gespielt“, erklärt Johannes Trännapp, erster Vorsitzender des Landesklootschießerverbandes Ostfriesland. Geboßelt werde dagegen auf der Straße.

Ein PKW mit zerborstener Frontscheibe steht auf einer Landstraße nahe Breddenberg im Landkreis Emsland an einer abgesperrten Unfallstelle. Ein Autofahrer war auf der wenig beleuchteten Straße in eine Gruppe von 20 Menschen gefahren und hatte mehrere von ihnen teils lebensgefährlich verletzt. Die Menschen im Alter von 20 bis 30 Jahren seien nach Polizeiangaben außerhalb der Ortschaft mit zwei Bollerwagen zum Boßeln unterwegs gewesen. Quelle: dpa

Bei offiziellen Wettkämpfen gelten strenge Sicherheitsregeln, betont Trännapp. Im Emsland gebe es keinen eigenen Verband. „Wir betreiben Boßeln nicht zur Freizeitgestaltung, sondern als Sport“, sagt er. „Wir haben ganz klare Regeln. Da werden etwa zuvor Genehmigungen bei der Behörde für die jeweilige Straße eingeholt, wir spielen nur bei Tageslicht und guter Sicht.“ Bei Nebel und eintretender Dunkelheit müsse abgebrochen werden. „Warnwesten sind vorgeschrieben.“ Außerdem gelte bei den Wettkämpfen grundsätzlich Alkoholverbot.

Polizei gibt Warnwesten aus

„Vergleichbare folgenschwere Unfälle sind mir nicht bekannt“, sagt Trännapp mit Blick auf den Unfall vor einer Woche. Im Dezember 2016 war ein 19-Jähriger im Landkreis Aurich von einem Rollerfahrer beim Boßeln schwer verletzt worden.

Die Polizei Oldenburg rät dringend dazu, bei derartigen Aktivitäten eine Warnweste zu tragen. Mit Verweis auf den Unfall vom Wochenende und die traditionellen Grünkohltouren bittet sie um gegenseitige Rücksichtnahme. Im Ammerland gibt die Polizei kostenlos Warnwesten aus, finanziert werden sie von Landkreis und Verkehrswacht. „Es sind schon welche beim Kommissariat in Westerstede abgeholt worden“, berichtet ein Polizeisprecher.

Von RND/dpa/Peer Körner