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Luftgrenzwerte werden in Hannover weiterhin überschritten

Dieselabgase Luftgrenzwerte werden in Hannover weiterhin überschritten

Modellrechnungen des Umweltministeriums zeigen, dass die Stadt Hannover das Stickstoffdioxid-Problem auch 2019 nicht in den Griff bekommen wird. Das Land Niedersachsen will dennoch Fahrverbote vermeiden.

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Die Grenzwerte bei den Stichstoffdioxid-Werten werden in den nächsten Jahren in einigen niedersächsischen Städten überschritten.

Quelle: dpa

Hannover. Die Diesel-Problematik in niedersächsischen Städten ist schwieriger in den Griff zu bekommen als von der Politik erwartet. Auch bei Gegenmaßnahmen bleiben die Stickstoffdioxid-Werte in Hannover und Oldenburg voraussichtlich in den kommenden Jahren zu hoch. Das geht aus Modellrechnungen des Umweltministeriums hervor. Das Land will aber Fahrverbote möglichst vermeiden. Umweltminister Olaf Lies (SPD) forderte die Autoindustrie zu mehr Anstrengungen auf, um die Grenzwerte einzuhalten.

Laut Umweltministerium sank die durchschnittliche Stickstoff­dioxid-Belastung 2017 an allen 14 Messstationen im Land im Schnitt um 3,7 Mikrogramm je Kubikmeter. Der Grenzwert von 40 Mikrogramm wurde im vergangenen Jahr in Hannover (48 Mikrogramm), Hildesheim (42), Oldenburg (49) und Osnabrück (46) überschritten. Die Modellrechnungen des Umweltministeriums weisen bei „optimalen Bedingungen“ für das Jahr 2019 Grenzwertüberschreitungen noch an drei Stationen in Hannover und Oldenburg aus – in der Landeshauptstadt sind das die Stationen in der Marienstraße und in der Friedrich-Ebert-Straße.

„Wir wollen keine blaue Plakette, und wir wollen keine Fahrverbote“, betonte Lies am Montag in Hannover nach einem Gespräch mit Vertretern der vier betroffenen Städte. „Wir sind in Niedersachsen schon sehr weit.“ So werde sich der positive Trend aufgrund der zu erwartenden Pkw-Flottenerneuerung sowie laufender Software-Updates fortsetzen, meinte Lies. Die Auto­industrie müsse allerdings 100 Prozent der schmutzigen Euro-5-Diesel umrüsten und nicht nur zwei Drittel, forderte der Minister.

Hannovers Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette (Grüne) sagte nach dem Gespräch im Ministerium zunächst nichts. Später äußerte sie auf HAZ-Anfrage die Hoffnung, ohne Fahrverbote auszukommen. „Die Stadt Hannover hat ebenfalls großes Interesse daran, wenn dies möglich ist“, sagte sie. Die Stadt fordert vom Land aber genauere Zahlen, was die beim Berliner Diesel-Gipfel beschlossenen Software-Updates und Umstiegsangebote für Hannover bringen. „Zudem müssen wir noch die schriftliche Begründung des Bundesverwaltungsgerichts zum Urteil vom 27. Februar abwarten, ehe wir die nächsten Schritte vorschlagen“, erklärte Tegt­meyer-Dette. Das Gericht hatte Fahrverbote als letztes Mittel zur Einhaltung der Grenzwerte erlaubt.

Lies hält die „leichten Grenzwertüberschreitungen“ in Hannover und Oldenburg für „händelbar“. Der Oldenburger Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD) forderte von der Autoindustrie, sich auch an der Hardwarenachrüstung zu beteiligen. Er sei „verhalten optimistisch“, Fahrverbote verhindern zu können – etwa mithilfe der Erneuerung der Busflotte. Die Stadt Osnabrück forderte vom Bund, sich finanziell stärker an Luftreinhaltungsmaßnahmen zu beteiligen.

Von Marco Seng 

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