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Der Norden Eingebrochene Schlittschuhläufer gerettet
Nachrichten Der Norden Eingebrochene Schlittschuhläufer gerettet
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16:28 23.01.2017
Auf dem Dümmer sind zwei Schlittschuhläufer auf dem zu dünnen Eis eingebrochen. Quelle: dpa
Damme

Es war ein Einsatz, an den die Rettungskräfte der Freiwilligen Feuerwehr noch lange zurückdenken werden: Sie holten bei dichtem Nebel am späten Sonntagnachmittag zwei aus Damme stammende Männer aus dem Eis im Dümmer See. Die beiden waren am Rande eines Schilfgürtels verunglückt. Rund drei Stunden mussten sie bei der Kälte im Eis ausharren. Einer der Schlittschuhfahrer steckte bis zum Bauchnabel im eiskalten Wasser. Der 51-Jährige war nicht mehr ansprechbar, als die Feuerwehrleute eintrafen. Er wurde mit einer lebensbedrohlichen Unterkühlung in ein Osnabrücker Krankenhaus gebracht. Ein 46 Jahre alter Mann hatte sich auf einen Ast gerettet und konnte noch mithelfen, den 51-Jährigen zu retten.

Gegen 16.12 Uhr am Sonntagnachmittag wurde die Feuerwehr in Dümmerlohausen verständigt, erzählt Ortsbrandmeister Bernd Runnebaum. Menschen hatten Hilfeschreie im Nebel gehört, die vom westlichen Ufer des Dümmers kamen - irgendwo zwischen dem Olga-Hafen im Nordwesten und dem Zufluss der Hunte im Südwesten.

Hund führt Retter zur Unglücksstelle

Weil der Weg über den Deich nicht mit schweren Feuerwehrfahrzeugen befahrbar war, machten sich vier Kameraden zu Fuß auf den Weg. Außerdem verständigte der Ortsbrandmeister auch die Feuerwehren in den benachbarten Orten Damme und Borringhausen, die über die südliche Seite des Dümmer Sees eine zweite Suchmannschaft losschicken sollten. Insgesamt waren 58 Feuerwehrleute im Einsatz.

Von einem Bootsverleih bekamen die Wehrleute ein Luftkissenboot. „Das Eis war so dünn, dass es beim Abstellen des Motors drohte, einzubrechen“, sagt Runnebaum. Die Einsatzfahrt wurde abgebrochen, auch wegen des dichten Nebels.

Inzwischen fuhr auch eine Polizeistreife über den Deich. Sie machte eine Passantin ausfindig, die den Beamten recht präzise die Stelle erklären konnte, wo sich die zwei Schlittschuläufer befanden. Zwei weitere Spaziergänger hatten rund 400 Meter an unwegsamen Gelände durch Schilf und umgestürzte Bäume durchkämmt und waren bereits bei den Unglücksopfern. Die Spaziergänger hatten drei Hunde dabei, von denen einer am Deich festgebunden war. „Ein Feuerwehrkamerad hat den Terrier losgebunden. Der Hund hat ihn dann zu der Unglücksstelle geführt“, sagte Runnebaum.

Eigentlich ist das Betreten des Dümmers und das Schlittschuhlaufen dort verboten, hieß es aus dem zuständigen Rathaus der Samtgemeinde Lemförde (Kreis Diepholz). Dennoch seien das ganze Wochenende über Menschen auf dem Binnensee mit Schlittschuhen unterwegs gewesen, berichtete der Ortsbrandmeister.

DLRG warnt vor Betreten von Eisflächen

Viele unterschätzten die Gefahr, die von einer zu dünnen Eisdecke ausgehe, sagt Nicola Dubacher vom niedersächsischen Landesverband der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft DLRG in Bad Nenndorf. Die DLRG warnt vor dem Betreten aller niedersächsischen Gewässer. Es gebe auch immer wieder Plusgrade, die zum Antauen des Eises führen. Sie wisse aber auch, dass große Eisflächen für Schlittschuhfahrer sehr verlockend seien.

Kinder seien sich der Gefahren offensichtlich bewusster als Erwachsene. „Es sind meistens Erwachsene, die einbrechen“, sagt DLRG-Frau Dubacher. Eine Eisfläche sollte aber erst dann betreten werden, wenn die zuständige Behörde sie frei gebe. Dann sei das Eis auf Tragfähigkeit genau geprüft worden.

Steinhuder Meer und Maschsee nicht freigegeben

Für den größten Binnensee in Niedersachsen, das Steinhuder Meer, gibt es derzeit keine Freigabe, das Eis zu betreten, sagte eine Mitarbeiterin der Tourismus-Information. Auch der Maschsee in der Landeshauptstadt Hannover ist für das Betreten weiterhin gesperrt.

Nur 2 Zentimeter dick war die Eisschicht bei einer Kontrolle in der vergangenen Woche, erforderlich für eine Freigabe sind 13 Zentimeter, wie ein Sprecher der Stadt sagte. Zuletzt vor fünf Jahren war der See für Schlittschuhläufer und Winterausflügler zugänglich.

Von Elmar Stephan

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