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Der Norden Feldtag in Nordhorn zeigt historische Landmaschinen
Nachrichten Der Norden Feldtag in Nordhorn zeigt historische Landmaschinen
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21:27 11.08.2017
Aus Südafrika nach Nordhorn: Werner Recker genießt den Anblick des Hanomag WD 35, Baujahr 1922.  Quelle: (Alexander Körner)
Nordhorn

Rutmer de Vries aus Elsloo in den Niederlanden hat das Schmuckstück im Internet entdeckt. Er durchsucht regelmäßig Seiten wie Google oder Youtube nach historischen Landmaschinen.

„Leidenschaft“, sagt er - und da war der Apparat plötzlich: ein Hanomag WD 35 Motortragpflug. Baujahr 1922. Südafrika. Rutmer de Vries wählte die Telefonnummer von Johann Hood, Geschäftsführer des Treckerclubs Nordhorn, dem er zutraute, das Kleinod nach Hause zu holen.

Größte Schau in Europa

Das ist schon ein paar Jahre her. Aber gestern, endlich, nach jahrelangen Verhandlungen und Mühen und der Verschiffung und einer Runderneuerung bei der „Hanomag Interessengemeinschaft“ in Bockenem, wurde der WD 35 auf dem Historischen Feldtag in Nordhorn präsentiert, fast wie neu, zusammen mit seinem großen Bruder, einem WD 80 von 1919. Funktionsfähig, beide. Von den 1115 Hanomag-WD-Motortragpflügen mit verstellbarer Pflugschar, zwischen 1912 und 1924 in Hannover gebaut, gibt es noch zwei: diese beiden.

Sie sind nicht die einzigen Highlights auf dem Treckertreffen in der Grafschaft Bentheim, das an diesem Wochenende zum 25. Mal stattfindet. 2500 historische Maschinen. Keine davon doppelt. Aussteller aus 14 Nationen. 3300 Brötchen haben die Damen und Herren des Treckerclubs Nordhorn am Freitag frühmorgens für ihre Aussteller geschmiert, bis Sonntag kommen noch 7000 dazu. Und 30 000 Besucher werden erwartet.

Es ist die größte Schau ihrer Art in Europa. Die Hannover-Messe der Landmaschinen-Sammler. Es riecht nach Öl und Metall und Erde und Sprit. Diesel-Skandal? Was war noch mal dieser Diesel-Skandal?

Ende der Achtziger habe alles angefangen, erzählt Holger Aink, Betriebsschlosser, 48, Nebenerwerbslandwirt. Damals stand bei einem Nachbarn dieser Dreschkasten in der Scheune, Firma Bergmann, Baujahr 1935. Hinten steckt man die Garben rein, unten fallen die Körner in einen Sack, vorn kommt das Stroh raus. Aink und seine Freunde zeigten das Gerät auf einer Landmaschinenschau als historische Kuriosität. Dann wurde der Verein gegründet, erst nur als lose Gemeinschaft, dann gab’s den ersten Feldtag. Das war ‘92. Dauer: ein Tag. Ausstellungsfläche: ein Hektar. Heute sind es drei Tage und 17 Hektar.

Der Feldtag heißt Feldtag, weil er auf dem Feld stattfindet. Es gibt Rasen unter den Füßen der Besucher, aber die historischen Maschinen zeigen auf echtem Acker, was sie (noch) draufhaben. Zum Beispiel der Fowler-Dampfpflugsatz aus Leeds, England, Baujahr 1909 mit Vier-Schar-Kippflug von 1919 und Grubber von 1926, einem Gerät zur Bearbeitung von Böden. Achim Gold, Vorsitzender des Vereins Historische Dampftechnik aus Kirchheim unter Teck in Baden-Württemberg, ist sichtlich stolz auf sein Baby. Er und seine Leute haben das Gespann aus einem Firmenbestand gerettet und restauriert. Wie lange hat das gedauert? „Neun Jahre“, sagt Gold. Was hat’s gekostet? „Viel.“ Nun steht eines der Monster an einem Feldrand, das andere am anderen, sie ziehen den Pflug zur einen Seite, rücken ein Stück vor, ziehen ihn zur anderen Seite und so weiter.

Die Leute schieben sich übers Gelände, vorbei an Preziosen und Rostlauben, an Haribo-Ständen und gebrauchten Kettensägen. Und am U 411.110 von Peter Spitzer. Ein Unimog. Offene Ausführung, kurzer Radstand, Pritsche. Spitzer war immer nur Besucher auf den Feldtagen. Er hat Betriebswirtschaftslehre studiert, wegen der Familienfirma. Dann traf er jemanden mit einem Unimog. Anschließend traf er seinen Unimog, im Schwarzwald, Baujahr 1960, „mein Jahrgang, das passte sofort“. Heute hat Spitzer drei Unimogs und 18 Traktoren und ist Vorsitzender der Treckerfreunde Nordhorn. Was sonst.

Der Historische Feldtag vom Treckerclub Nordhorn läuft noch bis Sonntag. Geöffnet ist ab 8 Uhr, Sonnabend bis 17, Sonntag bis 16 Uhr. Anreise mit dem Auto zum Heseper Weg 120. Man kann auch mit der Bahn nach Bad Bentheim und dann mit dem Bus nach Nordhorn fahren.

Die Hochwasser-Opfer können nun Sofortilfe beantragen. Das entsprechende Formular ist seit Freitag im Internet freigeschaltet. Die Unterstützung, die das Land zuletzt auf 50 Millionen verdoppelt hat, soll akute Notlagen überbrücken. 

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