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Angst bei Mitarbeitern

Gefährliche Stoffe belasten Stadthaus


Städtische Mitarbeiter, die ihr Büro im Osnabrücker Stadthaus haben, sorgen sich um ihre Gesundheit. Das denkmalgeschützte Gebäude ist durch Schimmelpilz und andere gefährliche Stoffe stark belastet.
Foto: Schimmelpilze und andere gefährliche Stoffe belasten das Osnabrücker Stadthaus.

Schimmelpilze und andere gefährliche Stoffe belasten das Osnabrücker Stadthaus.

© Bernhard Remmers

Osnabrück. Zwei Etagen sind mittlerweile im Osnabrücker Stadthaus komplett geräumt. Dort wo einst Beamte und Angestellte arbeiteten, stehen die Büros leer. Der Grund ist allerdings nicht eine erfolgreiche Initiative zum Bürokratieabbau sondern die Sorge um die Gesundheit der städtischen Mitarbeiter. Schimmelpilz und andere gefährliche Stoffe belasten die Atemluft in dem Verwaltungsbau aus den 1920er-Jahren und machten bereits einen Umzug von einigen Abteilungen in Bürohäuser in einem Gewerbepark nötig. Jetzt wird sogar über einen Abriss des unter Denkmalschutz stehenden Stadthauses diskutiert. Die Kommunalpolitiker stehen vor einer folgenschweren Entscheidung, die die schon jetzt gebeutelten Stadtkasse so oder so weiter strapazieren wird.

Mitarbeiter beschreiben die Stimmung unter den rund 400 Kollegen im Stadthaus derzeit als „sehr aufgeladen und verunsichert“. Jeder etwas länger andauernder Husten lasse mittlerweile die Angst hochkommen, durch Ausdünstungen geschädigt zu sein, erzählen sie.

Ausgelöst durch eine auffällige Zahl von Krebserkrankungen unter den städtischen Mitarbeitern hatten Umweltexperten vor eineinhalb Jahren mit Messungen im Stadthaus begonnen. Zwar fanden sie im seit 1988 unter Denkmalschutz stehenden Gebäude keine Anhaltspunkte für die Krebserkrankungen, dafür aber eine verdächtige Teerpappe in den oberen Stockwerken. Diese hatte bis zu einer Aufstockung das Flachdach des Gebäudes bedeckt und war dann von den Bauleuten ins Mauerwerk eingeschlossen worden. Die Folge heute sind Ausdampfungen des gesundheitsschädlichen Naphtalins. In der dritten und vierten Etage stießen die Experten außerdem auf Schimmelpilz. Nicht genug: Sogenannte flüchtige organische Verbindungen belasten die Luft in Büroräumen.

Sanierungsempfehlungen und verlässliche Zahlen über Kosten sollen im Mai vorliegen. Schon jetzt sind erste Kalkulationen über die Sanierungskosten durchgesickert: Von acht bis neun Millionen Euro ist die Rede. Mit 11,8 Millionen Euro steht das Gebäude in der Bilanz der Stadt Osnabrück. Diese Zahlen lassen die Experten nun auch über einen Abriss diskutieren. Denkmalschutz hin oder her.

Bernhard Remmers

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