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Der Norden Wie gefährlich ist Wattwandern?
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00:15 18.05.2017
„Touristen fühlen sich sicherer, weil sie ein Handy dabei haben“: Das kann ein Trugschluss sein, warnen die Rettungskräfte, die immer wieder Menschen aus dem Watt holen müssen.  Quelle: Christian Charisius
Cuxhaven

Wattführer Matthias Schulz aus Tossens in der Gemeinde Butjadingen (Kreis Wesermarsch) gehen die Bilder nicht aus dem Kopf: Zwei Touristen wollten sich nicht per Helikopter aus dem Watt retten lassen, obwohl das Wasser aus allen vier Richtungen auflief. „Das war eine surreale Situation“, sagt Schulz über das, was er da Ende April mit ansehen musste. „Ich hoffe, dass ich so etwas nicht noch mal erleben muss.“

Ob sich die Hoffnung erfüllt, ist zumindest zweifelhaft - die Saison an der Küste hat begonnen, Feiertage sowie Ferien stehen bevor. Immer öfter müssen die Rettungskräfte der DLRG und der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) an niedersächsischen Küsten und Inseln ausrücken und Personen aus dem Watt befreien. „Das Problem ist, dass sich die Leute vorher keine Gedanken über mögliche Gefahren machen“, sagt Peter Sieman, Leiter des Zentralen Wasserrettungsdiensts Küste der DLRG. „Häufig führen Fehleinschätzungen dazu, dass sie gerettet werden müssen.“ Touristen werden immer unvorsichtiger und uneinsichtiger, so Sieman. So wie die Wattwanderer vor Tossens - sie wurden von Wattführer Schulz schließlich zu Fuß an Land gebracht, obwohl das Wasser schon fast brusthoch stand.

Steigende Zahl von Rettungseinsätzen

Auch die DLRG Cuxhaven beobachtet eine steigende Zahl von Rettungseinsätzen im Wattenmeer. Dies sei auf die zunehmende Verschlickung des Watts vor Cuxhaven zurückzuführen, aber auch auf Unachtsamkeiten von Wanderern.

5000 Rettungsschwimmer der DLRG sind jährlich von Anfang Mai bis Ende Oktober an Nord- und Ostseeküste sowie den Inseln im Einsatz, um Touristen einen sicheren Badespaß zu gewährleisten. Rund 600 ehrenamtliche Kräfte sind es allein in Niedersachsen - hinzu kommen DLRG-Mitarbeiter, die direkt bei den Kurverwaltungen angestellt sind, sowie Kräfte der DGzRS.

„Unsere primäre Aufgabe ist es, schon einzugreifen, wenn wir sehen, dass eine gefährliche Situation entsteht“, sagt Sieman. Trotzdem rücken die Helfer jährlich zu 150 bis 250 Rettungsaktionen im Watt aus - auch im Winter. Hinzu kamen im vergangenen Jahr acht Einsätze der DGzRS an Nord- und Ostsee.

Sicherheit dank Handy? Ein Trugschluss

„Viele Touristen fühlen sich sicherer, weil sie ein Handy dabei haben“, sagt Schulz. „Aber das ist ein Trugschluss.“ Denn Strömungen und Wetterverhältnisse können sich minütlich ändern.

„Ich mache auf meinen Wanderungen mit den Gästen immer das Nebelspiel“, sagt Wattführer Gerke Enno Ennen aus Friedeburg (Kreis Wittmund). „Nachdem wir simuliert haben, was passiert, wenn man nichts mehr sieht, haben die Leute größeren Respekt vor den Gefahren.“

Auch die Wattführer müssen sich in jedem Jahr auf die veränderten Gegebenheiten einstellen. „Vor jeder neuen Saison müssen wir unsere Routen aufgrund veränderter Strömungen neu festlegen“, sagt Wattführer Niko Osterkamp aus Norden.

Kurverwaltungen und Kommunen haben zuletzt vermehrt Warnschilder aufgestellt. Die DLRG versucht mit Flyern und Warnhinweisen im Internet die Feriengäste auf die Gefahren aufmerksam zu machen.

Von Julia Polley

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