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Der Norden Gesundheitsrisiko durch Hochspannungsleitungen?
Nachrichten Der Norden Gesundheitsrisiko durch Hochspannungsleitungen?
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09:00 12.07.2017
„Wir sind alle gut gesichert“: Dennoch hat das Bundesamt für Strahlenschutz noch Fragen zu Hochspannungsleitungen. Foto: dpa Quelle: Julian Stratenschulte
Salzgitter

Zum anderen gebe es gewisse „Verdachtsmomente“ bei den möglichen Auswirkungen von Stromtrassen auf Menschen, sagte die Präsidentin des Bundesamts für Strahlenschutz, Inge Paulini, am Dienstag in Berlin bei einer Fachtagung des Bundesamtes und des Bundesumweltministeriums.

33 Studien werden erstellt

Das Untersuchungsprogramm ist auf sechs Jahre angelegt und soll 33 Studien umfassen. Der Finanzrahmen beläuft sich auf 18 Millionen Euro, nach derzeitigem Stand vorwiegend bezahlt vom Umweltministerium.

„Wir sind überzeugt, dass wir alle gut gesichert sind durch die gesetzlichen Regelwerke“, sagte Paulini zum Gesundheitsrisiko durch Hochspannungsleitungen. Bisher seien keine negativen Folgen nachgewiesen, wenn die Grenzwerte eingehalten würden. Nach Angaben einer Sprecherin des Bundesamtes für Strahlenschutz sind aber bisher nicht alle Fragen geklärt. Forscher bringen Überlandleitungen und die niederfrequenten Magnetfelder, die von ihnen ausgehen, mitunter mit Krankheiten wie Demenz, Parkinson, Multiple Sklerose oder auch Alzheimer in Zusammenhang. Außerdem existieren Verdachtsmomente, dass zu hoher Einfluss von magnetischen Feldern das Risiko für Leukämie bei Kindern steigern könnte. Dazu hatte es bisher eine Handvoll Pilotstudien gegeben.

Des Weiteren steht die Frage einer sogenannten Ko-Kanzerogenität im Raum. Darunter versteht man die Gefahr, dass Menschen, die bereits einem Krebsrisiko ausgesetzt sind, unter dem Einfluss von Magnetfeldern eventuell eher erkranken. Es gibt auch Untersuchungen, die Zusammenhänge mit Fehlgeburten herstellen, allerdings sind die Hinweise bislang eher schwach.

Viele Fragen stehen im Raum

Näher erforscht werden soll auch etwas, das man Korona-Effekt nennt: Luftmoleküle und andere Teilchen werden unter Freileitungen elektrisch aufgeladen und in der Gegend verteilt und könnten, so die These, zusammen mit Luftschadstoffen das Risko von Atemwegserkrankungen erhöhen. Es gibt außerdem Menschen, die elektrische und magnetische Felder als unangenehm empfinden. Zudem können sich Metallgegenstände wie zum Beispiel Autos, die sich unterhalb von Stromleitungen befinden, elektrisch aufladen. Berührt dann jemand die Oberfläche dieser Gegenstände, kann es zu Funkentladungen und kleinen Stromstößen kommen.

Die Forschung behindere den Ausbau des Stromnetzes „in keiner Weise“, sagte Paulini. Aber wenn man etwas Bedenkliches feststelle, werde man es in das Programm einfließen lassen, um die Sicherheit der Menschen zu erhöhen.

So wirkt elektrischer Strom auf Menschen

Wird Elektrizität transportiert, entstehen elektrische und magnetische Felder. Elektrische Felder misst man in Volt pro Meter. Der Mensch ist auch elektrisch geladen, die Feldstärken im Körper betragen aber nur bis zu 50 Millivolt pro Meter. Höhere Werte können Nervenfasern reizen.
Die Grenzwerte für elektrische Felder von Hochspannungskabeln liegen bei fünf Kilovolt pro Kabelmeter. Die Wirkung nimmt mit der Entfernung ab: Je höher die Masten, um so schwächer die Felder.
Die magnetischen Felder von Stromleitungen werden in Mikrotesla angegeben. Stromleitungen sollen nicht mehr als 100 Mikrotesla aufweisen. Zum Vergleich: Ein Staubsauger strahlt bis zu 20 Mikrotesla ab.
Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt, neue Stromtrassen nicht durch Wohngebiete zu legen. Erdkabel haben kein elektrisches, aber durchaus ein magnetisches Feld.
Elektrische Leitungen und Geräte sind oft eine größere Quelle für Strahlung. Leitungen sollen deswegen gut isoliert und Geräte nicht im Stand-by-Modus gelassen werden.

Von Bert Strebe

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