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Der Norden Wohin mit der Gülle?
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00:31 31.03.2018
Hannover

 Frühling ist auch in Niedersachsen Güllezeit. Wenn es draußen wärmer wird und die Böden auftauen, bringen die Landwirte im Agrarland zwischen Ems und Elbe wieder Dünger auf die Felder aus. Der Boden braucht die Nährstoffe. Nur gibt es aufgrund der intensiven Viehwirtschaft besonders im Westen Niedersachsens seit Jahren zu viel Gülle. Der Überfluss an Stickstoff und Phosphat belastet die Böden und das Grundwasser. Die neue Düngeverordnung von 2017 erhöht nun den Druck – aber geändert hat sich bisher wenig, wie der aktuelle Nährstoffbericht 2016/2017 zeigt. 

 Trotz aller Maßnahmen wird die Stickstoff-Obergrenze von 170 Kilogramm je Hektar in acht Landkreisen mit großen Viehbeständen nicht eingehalten: Emsland, Cloppenburg, Grafschaft Bentheim, Rotenburg, Vechta, Oldenburg, Ammerland und Leer. Der Stickstoffüberschuss lag landesweit bei insgesamt rund 70.000 Tonnen.

Beim Phosphat gilt ab 2022 pro Betrieb ein Grenzwert von 10 Kilogramm je Hektar, der derzeit in den Kreisen Vechta, Cloppenburg, Emsland und Vechta nicht erreicht wird. 30.000 Tonnen Phosphat zu viel wurden nach dem Nährstoffbericht im Zeitraum zwischen Juli 2016 und Juni 2017 auf den Feldern ausgebracht.

Dünger ist in der Region Weser-Ems ein Exportgut. Das Gebiet exportiert rund drei Millionen Tonnen Nährstoffe jährlich in andere Landesteile, vor allem in die Regionen um Hannover und Braunschweig, wo die Böden nicht so stark belastet sind. Auch nach Nordrhein-Westfalen gibt es Exporte. „Die Abgaben erfolgen zunehmend über Vermittler und Güllebörsen“, heißt es. Trotzdem fehlen Ausbringungsflächen. Deshalb streben Politik und Landwirtschaft den Bau von Zwischenlagern an, für deren Genehmigung es aber hohe Hürden gibt. 

Der Nährstoffbericht unterscheidet beim Wirtschaftsdünger unter anderem zwischen Gärresten aus Biogasanlagen, Schweinegülle, Rindergülle und Geflügelmist. Neben tierischem Dung wurden erstmals auch pflanzliche Gärreste bei der Obergrenze mit angerechnet.

 Insgesamt fallen bei der Tierhaltung in Niedersachsen 47,7 Millionen Tonnen Dung an, davon 37 Millionen Tonnen Gülle und 10,7 Millionen Tonnen Festmist. Der daraus resultierende Nährstoffanfall beträgt insgesamt 374.629 Tonnen Stickstoff sowie 140.165 Tonnen Phosphat

Gegenüber dem vorherigen Nährstoffbericht hat sich die Zahl der Rinder um rund 20 000 Tiere verringert, die der Schweine um rund 47.000 Tiere, beim Geflügel ist sie um rund 650.000 Tiere zurückgegangen. Dennoch macht sich die Überdüngung bemerkbar – auch beim Grundwasser. In 24 von 38 Landkreisen liegen die mittleren Nitratkonzentrationen im Grundwasser infolge der hohen Stickstoffmengen über 50 Milligramm Nitrat je Liter. Soll der Wert unter 50 Milligramm gedrückt werden, müssten insgesamt bis zu 90.000 Tonnen Stickstoff eingespart werden.

 Alle natürlichen Seen sowie alle Übergangs- und Küstengewässer in Niedersachsen verfehlen durch die nahezu flächendeckende Belastung mit Stickstoff und Phosphat die Zielwerte der EU. Auch bei den Fließgewässern sind nur 2 Prozent sauber.

Von Marco Seng

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