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Der Norden Der illegale Cannabis-Anbau boomt
Nachrichten Der Norden Der illegale Cannabis-Anbau boomt
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07:59 21.12.2016
Eine Polizistin der Spurensicherung in einer Cannabis-Plantage in Lüneburg. Quelle: Philipp Schulze/dpa
Hannover

Allein auf diesen beiden Indoor-Plantagen in Neuenhaus (Grafschaft Bentheim) und Seevetal (Landkreis Harburg) stellten die Ermittler zusammen mehr als 2600 Pflanzen sicher. Cannabis sei nach wie vor die am häufigsten konsumierte illegale Droge, sagte LKA-Sprecherin Nevin Ayyildiz.

Für die Betreiber ist der illegalen Anbau von Cannabis-Produkten angesichts des aktuellen Straßenverkaufspreises von rund zehn Euro für ein Gramm Marihuana nach wie vor ein lukratives Geschäft. Pro Pflanzenblüte könne mit einem Ertrag von 25 bis 45 Gramm gerechnet werden, sagte Ayyildiz. "Da die Pflanzen bei idealen Bedingungen nach etwa sechs bis acht Wochen geerntet werden können, sind mehrere Ernten im Jahr möglich." Um ihre Gewinne zu maximieren, versuchten die Betreiber die Kosten zu senken. "So werden die Energiekosten beim Betreiben von Groß- und Profiplantagen häufig umgangen, indem der Strom von den Hauptleitungen, um den Zähler herum, abgenommen wird", sagte die LKA-Sprecherin. Die Kosten würden so auf alle Stromkunden "umgelegt".

Große Indoor-Plantagen überall im Land

Auf einen entsprechenden Fall stießen die Ermittler etwa im Juli im Kreis Celle. In Nienhagen hatten zwei Männer für ihre Indoorplantage in einem Wohnhaus nicht nur den Elektro-, sondern gleich auch noch den Wasseranschluss so manipuliert, dass die Hauszähler umgangen wurden. "Regionale Schwerpunkte" beim illegalen Cannabis-Anbau habe die Polizei nicht ausgemacht, sagte Ayyildiz. Große Indoor-Plantagen wurden überall im Land entdeckt: So etwa in einer Wohnung in Delmenhorst, einem unbewohnten Mehrfamilienhaus in Katlenburg-Lindau (Landkreis Northeim), in einer Werkstatt in Ritterhude (Kreis Osterholz), in einem Stall in der Wesermarsch oder in einem Wohnhaus im Kreis Harburg. Ein Ehepaar aus dem Weserbergland ließ sich auch nach einer Trennung nicht vom gemeinsamen Drogenanbau abbringen: Im Wohnhaus des Mannes im Kreis Schaumburg wurden Anfang November 500 Cannabis-Pflanzen sichergestellt.

Vergleichsweise selten sind professionell angelegte Cannabis-Anpflanzungen im Freiland. Temperatur und Bewässerung lassen sich kaum steuern. Auch sind Parasiten- und Pilzbefall häufiger als bei Anlagen in geschlossenen Gebäuden. Eine im September in einer Kiefernschonung im Kreis Gifhorn entdeckte Pflanzung dürfte deshalb vermutlich eher für den privaten Konsum angelegt worden sein.

500 Kilogramm in einer Autowerkstatt

Den größten Cannabis-Fund machte die niedersächsische Polizei 2016 ohnehin nicht auf einer Plantage, sondern in einer Autowerkstatt in Hannover: Dort wurden im September 500 Kilogramm sichergestellt. Fünf Verdächtige, die mit dem Umpacken der aus Osteuropa gelieferten Drogen beschäftigt waren, wurden auf frischer Tat festgenommen. Einen ganz besonderen Cannabis-Fall nahm die Polizei im Landkreis Nienburg zu den Akten: Dort wurden Anfang des Jahres in einem Wald bei Rehburg 16 schwarze Müllsäcke entdeckt, in denen sich komplette Pflanzen, sogenannte Anbau-Pads mit abgeschnittenen Cannabis-Stängeln und diverse Utensilien zum Anbau des Rauschgifts befanden. Die Ermittler rätselten damals, was den Drogenfarmer veranlasst haben könnte, die komplette Plantage auf diese Weise zu entsorgen. Möglicherweise, so mutmaßte eine Polizeisprecherin, habe der Unbekannte eine neue Freundin, die ihn angewiesen habe, Schluss zu machen - mit dem Cannabis.

dpa

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