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Der Norden Immer mehr Menschen leiden an Depressionen
Nachrichten Der Norden Immer mehr Menschen leiden an Depressionen
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11:38 19.02.2018
Symbolbild Quelle: dpa/Peter Steffen
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Hannover

​Immer mehr Menschen in Niedersachsen und Bremen werden wegen einer Depression medizinisch behandelt. Die Zahl der Betroffenen sei zwischen 2006 und 2016 um 40 Prozent drastisch gestiegen, teilte die KKH Kaufmännische Krankenkasse am Montag unter Berufung auf eine Auswertung ihrer Versichertendaten mit. Bundesweit sei die Tendenz entsprechend.

Die Krankenkasse weist auf Analysen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hin, denen zufolge Depressionen im Jahr 2030 in den Industrieländern die am häufigsten verbreitete Krankheit sein werden. Die Zahl der Erkrankten in Deutschland wird auf gut vier Millionen geschätzt. 

Eine Ursache ist nach Angaben der Krankenkasse die längere Lebenserwartung. Allein bei den Versicherten der KKH sei die Zahl der Menschen mit Depressionen, die 70 Jahre und älter sind, seit 2006 um 113 Prozent gestiegen. Gefährdet seien zudem Jugendliche zwischen zehn und 17 Jahren (plus 82 Prozent) und Frauen. Sie litten doppelt so häufig unter einer Depression wie Männer.

 Zu den Auslösern könne der wachsende Druck in der globalisierten Lebens- und Arbeitswelt ebenso zählen wie schwere Schicksalsschläge, Vereinsamung oder auch Medikamente. Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung, innere Leere – so beschreiben Betroffene ihren Zustand. „Wirken Menschen über Wochen niedergeschlagen, antriebslos, unkonzentriert und desinteressiert, können das Anzeichen für eine Depression sein“, sagt Daniel Hinz vom Serviceteam der KKH in Hannover. Werde die Krankheit frühzeitig erkannt, könnten Therapien wie die Medikation mit Antidepressiva in Kombination mit einer Psychotherapie gute Ergebnisse erzielen. 

Schwierig ist es allerdings bisweilen, einen Therapeuten zu finden. Die Wartezeit in Niedersachsen betrug nach Angaben des Landesverbands Psychologischer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten im vergangenen Jahr drei Monate, vielfach auch länger.  „Das tut der psychischen Gesundheit nicht gut, denn in dieser Zeit kann ein seelisches Leiden sich verfestigen“, hieß es vonseiten des Verbandes.

Karen Miether

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