Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Der Norden Wird der Dachs in Niedersachsen zur Gefahr?
Nachrichten Der Norden Wird der Dachs in Niedersachsen zur Gefahr?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:30 19.03.2018
In Niedersachsen gibt es immer mehr Dachse. Quelle: dpa
Anzeige
Göttingen

 Der lange Zeit als potenziell gefährdet eingestufte Dachs hat sich in Niedersachsen nach Ansicht von Experten bestens erholt. Der Bestand sei in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen, sagte BUND-Landesvorstandsmitglied Reinhard Löhmer der Deutschen Presse-Agentur.

Auf eine positive Entwicklung deutet auch die Rekordzahl von erlegten Dachsen hin. Nach Angaben der Landesjägerschaft wurden im abgelaufenen Jagdjahr in Niedersachsen 7164 Dachse zur Strecke gebracht. Dies sind knapp 700 mehr als im Vorjahr und so viele wie nie zuvor seit Beginn der regelmäßigen Erhebungen zur Jagd im Jahr 1959.

Die meisten Dachse in Gifhorn und Göttingen

Die meisten Dachse wurden in den Landkreisen Gifhorn (429) und Göttingen (395) erlegt. Es folgten die Region Hannover (367) sowie die Kreise Osnabrück (353), Uelzen (326), Lüneburg (305) und Northeim (288).

In den 1970er Jahren hatte es einen extremen Einbruch der Dachs-Population in Niedersachsen gegeben. Wegen der damals grassierenden Tollwut unter Füchsen wurden deren Baue systematisch begast. Weil in Fuchsbauten aber oft auch Dachse leben, fielen auch die Allesfresser den Maßnahmen in großer Zahl zum Opfer. Dachse wurden deshalb als potenziell gefährdet eingestuft.

Die Population steigt 

Das spiegelte sich auch in der sogenannten Jagdstrecke wieder. Sie betrug im Jahr 1978 nur noch 81 Exemplare. Seither erlebe der Dachs allerdings eine Renaissance, erläutert die Biologin Reinhild Gräber von der Tierärztlichen Hochschule Hannover im aktuellen Landesjagdbericht. Mittlerweile erreiche die Population sogar eine nie dagewesene Größe.

Detaillierte Daten über den aktuellen Bestand lägen dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) zwar nicht vor, sagte Sprecher Achim Stolz. Aber auch das NLWKN gehe davon aus, dass der Dachs sich erholt hat. Nach Einschätzung des BUND gibt es inzwischen so viele Tiere, dass die Art durch die zuletzt immer größeren Jagdstrecken nicht bedroht ist.

Vögel als Beute

Wegen der inzwischen hohen Populationsdichte vor allem im südlichen und östlichen Niedersachsen rücke der Dachs vielmehr als Beutegreifer für bodenbrütende Vögel und Niederwild immer weiter in den Vordergrund, berichtet die Biologin Gräber im Landesjagdbericht. Eine akute Gefahr für bodenbrütende Vögel und Niederwild sieht der BUND-Experte Löhmer im Dachs allerdings nicht.

Problematischer sei es, dass Tiere wie der Waschbär, der Marderhund oder der amerikanische Nerz „in der gleichen Nische Nahrung suchen und so für eine Unwucht im System sorgen“, sagte Löhmer. Es seien diese eingeschleppten Arten, die den Druck auf das Niederwild und die Bodenbrüter erhöhten.

Zu einem ähnlichen Schluss komme die Staatliche Vogelschutzwarte, sagte NLWKN-Sprecher Stolz. Als typischer Allesfresser komme der Dachs zwar auch als Beutegreifer von Bodenbrütern infrage. Im Vergleich zu anderen Raubsäugern spiele er aber eher eine geringe Rolle, wenn es um Verluste bei Wiesen- und Feldvögeln gehe.

Von dpa

Wer eine Steuererklärung abgegeben hat, muss in Niedersachsen besonders lange auf einen Bescheid warten. Wie ein jetzt erstelltes Ranking zeigt, sind die Finanzämter zwischen Harz und Nordsee im bundesweiten Vergleich besonders langsam. 

18.03.2018

Das schnelle Eingreifen einer 100 Jahre alten Bewohnerin eines Altenheims in Ostfriesland hat Schlimmeres verhindert. Die Frau löschte in der Einrichtung in Rhauderfehn ein Feuer, bevor sich dieses weiterausbreiten konnte.

18.03.2018

Zwar sind schon geringe Mengen deutscher Spargel von beheizten Feldern auf dem Markt. Mit dem Start der regulären Ernte rechnen die Landwirte aber erst nach Ostern. Grund sind die wieder frostigeren Temperaturen.

18.03.2018
Anzeige