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Der Norden Kamele vor Discounter, Seehunde im Vorgarten und Hund im Kühlergrill – so tierisch war 2018
Nachrichten Der Norden Kamele vor Discounter, Seehunde im Vorgarten und Hund im Kühlergrill – so tierisch war 2018
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10:46 30.12.2018
Auch aus tierischer Sicht war 2018 viel los. Quelle: RND-Collage/dpa
Hannover

Unterkühlte Fledermäuse und ausgebüxte Kamele auf dem Weg zum Supermarkt – verrückte Tiere haben auch in diesem Jahr in Niedersachsen wieder erstaunliche Dinge angestellt. Vor allem Kleintiere und Rindviecher fielen auf.

Irrläufer: Ein kleiner Seehund ist in Ostfriesland auf falschem Kurs unterwegs gewesen und im Dezember in einem Vorgarten auf dem Trockenen gelandet. Das Tier war über ein geöffnetes Siel geschwommen und dann ins Hinterland zu dem Haus in Holtgast gerobbt.

Dieser kleine Seehund hatte sich in einen Vorgarten verirrt. Quelle: Polizei Esens

Kühlergrill: Ganze zehn Stunden und rund 20 Kilometer weit ist Zwergschnauzer Tero im Kühlergrill eines Autos eingeklemmt gewesen. Eine Frau übersah den Hund im November und fuhr ihn an. Das Tier überstand die Fahrt von Seevetal nach Hamburg ohne Schaden.

Der 13-jährige Zwergschnauzer Tero ist im Kühlergrill eines Autos eingeklemmt. Eine Autofahrerin hatte das Tier mit dem Auto angefahren, beim Gang ums Auto in der morgendlichen Dunkelheit übersehen und ihn dann im eingeklemmten Zustand etwa 20 Kilometer weit mit zur Arbeit nach Hamburg gefahren. Quelle: Polizei Harburg

Schnäppchenjäger: Sieben Kamele versammelten sich im November vor der Filiale eines Discounters in Bergen im Kreis Celle - vergeblich, denn der nächtliche Besuch passte nicht zu den Öffnungszeiten des Supermarktes. Ein Zirkus-Mitarbeiter brachte die Tiere später zurück in ihr Winterlager, dort waren sie ausgebüxt.

Sieben Kamele stehen vor der Filiale einer großen Discounter-Kette. Die kleine Herde war aus einem Zirkus entwischt, der in der Nähe sein Winterlager hat. Ein Zirkus-Mitarbeiter führte die Tiere dann in ihre Stallung zurück. Quelle: Polizei Celle

Atommüllwache: Am Schacht Konrad bei Salzgitter ist Schachtkatze Konrad zuhause. Sie beobachtet die Vorgänge in dem Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Auf dem streng bewachten Gelände bleiben ihr Kontrollen erspart.

Die Katze "Konrad" steht am Schacht Konrad. Seit einiger Zeit beobachtet die "Schachtkatze", wie in dem ehemaligen Erzbergwerk Schacht Konrad ein Atommüll-Endlager entsteht. "Konrad" streunert über das Gelände und wird von den Mitarbeitern mit Futter versorgt. Quelle: dpa

Bullerei: Zehn ausgebrochene Jungbullen machten es sich im September im Vorgarten eines Einfamilienhauses in Varel im Kreis Friesland bequem. Der Tierhalter brachte die Ausreißer später in einem Anhänger zurück auf ihre Weide, nachdem sie mit ihren Hinterlassenschaften den Garten verziert hatten.

Zehn Jungbullen stehen in dem Vorgarten eines Hauses nebeneinander. Die Rinder waren in der Nacht von ihrer Weide ausgebrochen und hatten die angrenzenden Gärten erkundet. Quelle: Polizei Wilhelmshaven

Gruselgäste: Zwei etwas unheimliche Übernachtungsgäste landeten im August bei der Polizei in Stade: Pythonschlangen. Eine Passantin hatte die Styroporbox mit Schlangen in der Nähe eines Tierheims gefunden. Die Polizei suchte später nach dem Besitzer der Tiere, der mit der Schlangenhaltung offensichtlich überfordert war.

Eine Styroporbox mit zwei Pythonschlangen steht bei der Polizei Stade. Die zwei etwas unheimlichen Übernachtungsgäste sind bei der Polizei zu Gast gewesen. Eine Passantin hatte den Behälter am Mittwoch in der Nähe des Tierheims entdeckt. Die zugeklebte Box mit der Aufschrift „Achtung Königspython“ war mit Luftlöchern versehen und innen mit Trinkwasserflaschen ausgestattet. Quelle: Polizei Stade

Abschussfrei: Ein flüchtiger Galloway-Bulle namens Bernd entzog sich in Celle mehr als einen Monat lang seinen Verfolgern. Der Besitzer gab Bernd aus versicherungsrechtlichen Gründen schon für den Abschuss frei, da entdeckten Helfer das 400 Kilogramm schwere Tier Ende August doch noch. Der Bulle wurde zurück auf seine Weide getrieben.

Galloway-Bulle Bernd steht nach mehr als einem Monat in Freiheit wieder auf seiner heimatlichen Weide bei Celle. Quelle: dpa

Ohrenchip: Bei einem Spaziergang in Salzgitter machte es sich Wüstenfuchs Marvin in einer fremden Wohnung gemütlich. Die Polizei fing das Tier im Juli ein und brachte es nach Braunschweig in einen Zoo, wo ein implantierter Chip ausgelesen wurde. So wurde der Besitzer ermittelt, der Marvin wieder mit nach Hause nehmen konnte.

Eine Polizeibeamtin hält einen Wüstenfuchs im Arm. Quelle: dpa

Torakel: Elefantendame Nelly im Serengeti-Park in der Lüneburger prophezeite einen Sieg im ersten Spiel der deutschen Mannschaft bei der Fußball-WM im Juni in Russland. Drei Tore gegen Mexiko, orakelt Nelly mit ihren Torschüssen. Doch Nelly irrte - und das deutsche Auftaktspiel wurde mit der 0:1-Pleite zum Debakel.

Elefantendame Nelly schießt den Ball in das mexikanische Tor. Drei von fünf Torschüssen landen im Netz des Tores von Mexiko, als Nelly im Beisein vom Tierpfleger Peter Kockisch im Serengeti- Park die WM-Begegnung Deutschland gegen Mexiko orakelt. Quelle: dpa

Klappertruppe: Drei kleine Störche schlüpften im Mai im Nest von Storch Fridolin und seiner neuen Partnerin im Leiferder Artenschutzzentrum. Fridolin war von seiner früheren Partnerin verlassen worden, mit der neuen Freundin aus Dänemark war es anfangs noch etwas schwierig gelaufen, wie Bilder einer Webcam verrieten.

Drei kleine Jungstörche werden von einem Storch im Horst auf einem Schornstein im Artenschutzzentrum gefüttert. Fridolin und seine neue Partnerin Mai haben Nachwuchs bekommen. Der Störche sind zwischen Vater- und Muttertag geschlüpft. Quelle: NABU

Polizeibekannt: Eine unterkühlte Zwergfledermaus landete im März als Fundstück auf einer Polizeiwache im Schaumburger Land. Eine fürsorgliche Kommissarin identifizierte das Tier, das vermutlich wegen der Minusgrade aus dem Winterquartier gefallen war. Die Fledermaus kam später in eine Wildtierschutzstation.

Hindukuh: In Bremen ließ eine Hindu-Gemeinde die mögliche Baustelle für einen neuen Tempel von einer Kuh begutachten. Das Tier pinkelte im Januar im Schneeregen auf die Matschwiese - für die Beteiligten ein gutes Zeichen, dass sich der Platz für den Tempel-Bau eignet.

Hindu Priester Prasad Agilandam betet neben der Kuh "Madel" von Landwirt Frank Imhoff. "Madel" soll über das Baugrundstück eines neu geplanten Hindu-Tempels laufen. Da die Kuh bei den Hindus heilig ist, soll sie prüfen ob das Grundstück ein guter Ort für den Tempel ist. Quelle: dpa

Spundwand: An der Nordseeküste in Dornum gelangte eine Katze zwar noch irgendwie in eine Spundwand im Hafenbecken, kam dort aber nicht mehr hinaus. Feuerwehr, zwei Fischer und der Hafenmeister befreiten das Tier schließlich aus seiner unglücklichen Lage.

Von RND/dpa/Hans-Christian Wöste