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Der Norden Diese Frau will Chefin der GEW werden
Nachrichten Der Norden Diese Frau will Chefin der GEW werden
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21:11 18.08.2017
Von Saskia Döhner
Mission Schüleraufbau: Laura Pooth hat zehn Jahre lang Hauptschüler unterrichtet und fordert mehr Chancengleichheit für Kinder. Quelle: Philipp von Ditfurth
Hannover

Chancengleichheit ist Laura Pooths großes bildungspolitisches Ziel. Zehn Jahre lang hat die stellvertretende Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) an Haupt- und Oberschulen unterrichtet, erst in Selsingen im Landkreis Rotenburg, zuletzt in Hesel im Landkreis Leer. Ende September endet die Amtszeit des langjährigen GEW-Chefs Eberhard Brandt, nach 14 Jahren tritt der 66-Jährige nicht zur Wiederwahl an. Laura Pooth (39) will dann für den Vorsitz von Niedersachsens größter Lehrergewerkschaft kandidieren.

„Meine Mission war als Lehrerin immer, die Jugendlichen, die sich als aussortierte Loser fühlten, denen Bildungswege abgeschnitten wurden, wieder aufzubauen“, sagt sie. Kinder aus Bildungsbürgerfamilien hätten ungleich höhere Chancen als die Schüler, die sie im Deutsch- und Englischunterricht in ihrer Klasse gehabt habe. Das empfindet Pooth als ungerecht. Ebenso wie die Bedingungen, unter denen insbesondere Grundschullehrer seit Langem arbeiteten.

A 13 für alle Lehrer

„Seit 15 Jahren sagen wir, dass der Lehrerjob nicht attraktiv genug ist.“ Nach der Verlängerung der Ausbildung gebe es keine Rechtfertigung mehr, Grund-, Haupt- und Realschullehrer schlechter zu besolden, findet Pooth. Die GEW fordert, dass alle Lehrer, die ab dem 1. August 2018 eingestellt werden, A 13 (zwischen 3800 und 4900 Euro brutto) verdienen müssen, für die anderen Pädagogen sollte das Gehalt stufenweise angehoben werden. Hessen, Berlin und Hambrg würden Grundschullehrer schon jetzt besser bezahlen. Wenn Niedersachsen nicht das Nachsehen haben wolle, müsse es nachziehen. Mehr Geld sei das eine, sagt Pooth, aber auch die Arbeitsbedingungen müssten verbessert werden. Sie plädiert für eine Erhöhung der Anrechnungsstunden, eine Altersermäßigung für Lehrer ab 55 und eine generelle Senkung der Unterrichtsverpflichtung. Damit Inklusion gelinge, bräuchten Lehrer, Schulbegleiter und andere Fachkräfte Zeit, sich miteinander abzustimmen: „Das geht nicht mal so eben am Freitagnachmittag.“ Sonderpädagogen müssten fest an Regelschulen verankert sein, anstatt zu pendeln.

Offen für Gespräche

Die Mutter eines neunjährigen Sohnes, die mit ihrer Familie in Oldenburg lebt, weiß, dass sie als Nachfolgerin von Brandt in „große Fußstapfen“ tritt. Sie ist aber selbstbewusst und kommunikativ genug: „Ich führe gern Gespräche.“ Kritik solle man sachlich vortragen, sagt sie. Seit sechs Jahren engagiert Pooth sich im Landesvorstand, hat sich vor allem mit dem Thema Lehrerarbeitszeit befasst, aber auch mit der Frage, wie die Gewerkschaft für junge Lehrer attraktiver wird. „Ein Netzwerk ist für Pädagogen unerlässlich.“ Ausgleich findet die frühere Leistungsschwimmerin (Königsdisziplin 200 Meter Rücken) beim Tanzen.

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