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Der Norden Luchs reißt siebenköpfige Schafherde
Nachrichten Der Norden Luchs reißt siebenköpfige Schafherde
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21:38 30.01.2017
Seit dem Jahr 2000 gibt es das Luchsprojekt im Harz.  Foto: dpa Quelle: Holger Hollemann
Lobach

Ein Luchs hat im Solling eine siebenköpfige Schafherde gerissen. Der Schafhalter habe die Tiere am Freitagmorgen auf der Weide in der Nähe von Lobach (Kreis Holzminden) tot aufgefunden, sagte jetzt der Koordinator des Harzer Luchsprojekts, Ole Anders. Die vorgefundenen Spuren hätten darauf hingedeutet, dass vermutlich ein Luchs am Werk gewesen sei. Dieser Verdacht habe sich dann bei näheren Untersuchungen vor Ort bestätigt. „Es war eindeutig ein Luchs“, sagte Anders.

Eindeutige Fußspuren

Nach Angaben der Harzer LuchsExperten hat es seit Beginn des Auswilderungsprojekts im Jahr 2000 bislang nur einen vergleichbaren Vorfall gegeben. Vor 15 Jahren habe ein Luchs in der Nähe von Scharzfeld am Harz vier von insgesamt fünf Tieren einer Heidschnuckenherde getötet. Ansonsten habe es bislang nur einzelne Nutztierrisse durch Luchse gegeben. „Sieben Schafe auf einen Schlag - das hatten wir noch nie“, sagte Anders.

Dass es eindeutig ein Luchs war, konnten die Experten unter anderem anhand der Fußspuren im Schnee feststellen. „Das Trittsiegel ist unverkennbar“, sagte Anders. Außerdem sei die Art und Weise, wie die Schafe getötet und dann angefressen wurden, typisch für den Luchs. Luchse ersticken ihre Jagdbeute durch einen Biss in die Kehle.

Die Luchs-Experten der Nationalparkverwaltung Harz haben an den Bissstellen mit Wattetupfern Speichelreste abgenommen, die nun im Labor des Senckenberg-Forschungsinstituts in Gelnhausen genetisch untersucht werden sollen. Bislang sei unklar, welcher Luchs die Schafe gerissen habe, sagte Anders. Einige Tage zuvor sei in der Nähe eine Luchsin mit vier Jungtieren gesehen worden. Die Spuren deuteten aber eher darauf hin, dass sich nur ein einzelner Luchs bei der Schafherde aufgehalten habe. Der Besitzer der Herde bekomme den Marktwert der Tiere ersetzt.

Bereits seit einigen Jahren gibt es Hinweise darauf, dass es einige Luchse geschafft haben, den Harz gen Westen zu verlassen und in die Waldgebiete des Solling auszuwandern. Das größte und gefährlichste Hindernis stellt dabei die Autobahn 7 dar. Auf dem 120 Kilometer langen Abschnitt zwischen Hildesheim und der Landesgrenze zu Hessen gibt es nur ganz im Norden und ganz im Süden einige wenige durchlässige Stellen. Dazwischen gibt es keinerlei geeignete Überquerungsmöglichkeiten für den Luchs.

Rund 90 Luchse im Harz

Inzwischen haben einige der Tiere jedoch einen Weg in das südniedersächsische Mittelgebirge gefunden und sich dort auch fortgepflanzt. Die ersten Hinweise auf Luchsnachwuchs im Solling gab es im vergangenen Herbst.

Im Harz leben nach aktuellen Schätzungen rund 90 Luchse. In den Jahren 2000 bis 2006 waren im niedersächsischen Teil 24 Raubkatzen freigelassen worden. Sie haben sich seither stark vermehrt.

Von Heidi Niemann

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