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Der Norden Lüneburg will nicht mehr Güterverkehr
Nachrichten Der Norden Lüneburg will nicht mehr Güterverkehr
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06:15 23.12.2016
Protest gegen neue Bahntrassen: Eigentlich schien das überwunden - doch jetzt wird erneut gestritten. Foto: Dpa Quelle: Philipp Schulze
Hannover

Der jetzige Streit hat eine Vorgeschichte: Anfang 2015 hatte Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) ein Dialogforum mit Bürgerinitiativen, Kommunen, Bahn und Wirtschaft ins Leben gerufen, um den jahrzehntelangen Konflikt um die Y-Bahntrasse - eine neu zu bauende Verbindung zwischen Bremen, Hamburg und Hannover - zu befrieden.

„Rechtlich nicht vorgesehen“

Gegen die Erwartungen der meisten gelang es dem sehr heterogen aufgestellten Forum tatsächlich, sich nach neun Monaten Beratung auf die Alpha-Variante als gemeinsame Lösung zu einigen: Punktuelle Verstärkung bestehender Linien, um so mehr Kapazitäten für Güterzüge zu schaffen. Auch davon betroffene Kommunen stimmten zu, weil sie im Gegenzug Lärmschutzmaßnahmen versprochen bekamen. Nach dem Votum des Dialogforums wurde die Alpha-Variante in den Bundesverkehrswegeplan übernommen und am 2. Dezember 2016 vom Bundestag beschlossen.

Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge fühlt sich über den Tisch gezogen. „Züge von 750 Metern Länge, Geschwindigkeiten von 230 km/h, fast 400 Güterzüge pro Tag“ müsse seine Stadt aushalten, wenn die Alpha-Variante käme. In Lüneburg solle dann ein drittes Gleis gelegt werden, aber teilweise stünden die Häuser der Anwohner nur 20 Meter von der Bahnlinie entfernt. Das Dialogforum habe in einem „demokratisch nicht legitimierten und rechtlich nicht vorgesehenen Verfahren“ Beschlüsse auf Kosten von Betroffenen gefällt, kritisiert Mädge.

Auch Bürgermeister aus weiteren Orten bei Lüneburg haben sich dem Protest gegen die Alpha-Variante angeschlossen. Bad Bevensens Bürgermeisterin Susanne Lühr-Peschke lehnt das dritte Gleis ab. Lüneburgs Landrat Manfred Nahrstedt fordert ein neues Raumordnungsverfahren: „Man kann den Menschen entlang der Trasse nicht das verwehren, was den Anwohnern entlang der Y-Trasse zugestanden wurde.“

Minister verstimmt über Kritik

Wirtschaftsminister Olaf Lies reagierte verärgert auf die Kritik: „Ich kann nicht nachvollziehen, wieso Lüneburg einen Prozess, an dem es ein Jahr lang aktiv mitgewirkt hat und den es auch weiter begleitet, jetzt als ,nicht demokratisch legitimiert’ bezeichnet“, sagte er der HAZ. Die Entscheidung habe nicht das Forum, sondern der Bundestag getroffen. Es gehe jetzt auch nicht mehr um die Frage, ob das Alpha gebaut werde, sondern nur noch um das Wie. „Der Lüneburger Oberbürgermeister übersieht folgende, schlichte Wahrheit: Der Güterverkehr wird auf jeden Fall mehr werden“, so Lies.

Ohne Erweiterung müsse das dann eben über die vorhandenen Gleise laufen - ohne zusätzlichen Lärmschutz. „Eine Blockadehaltung schadet am Ende also der Stadt. Diese klare Haltung werde ich auch künftig vertreten“, so Lies.

Was für ein Durchbruch: Wissenschaftler um Stefan Hell vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen haben in komplizierter Tüftelarbeit ein neues Mikroskop entwickelt, das die Ebene von Molekülen abbilden kann – und das 100-mal schärfer ist als herkömmliche Lichtmikroskopie.

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