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Der Norden Kommunen wollen Ärzte auf Dörfer zwingen
Nachrichten Der Norden Kommunen wollen Ärzte auf Dörfer zwingen
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00:17 26.07.2017
Die ärztliche Versorgung der Menschen auf dem Lande wird schwieriger. Quelle: dpa
Hannover

Laut einer Studie der Kassenärztlichen Vereinigung werden im Jahr 2030 in Niedersachsen rund 1000 Hausärzte fehlen. Die dann noch vorhandenen Ärzte werden nur 80 Prozent der Nachfrage abdecken können, so die Gutachter. Aller Voraussicht nach wird der Mangel sich sehr unterschiedlich verteilen: Während es in Ballungszentren ein Überangebot an Allgemeinmedizinern gibt, wird es im ländlichen Raum immer schwieriger, Arztpraxen offen zu halten.

Ohne eine Arztpraxis würde es für die Dörfer aber noch schwieriger, für junge Familien und ältere Menschen attraktiv zu bleiben, fürchtet der Städte- und Gemeindebund (NSGB). Ein Rechtsanspruch würde bedeuten, dass in jeder noch so kleinen Gemeinde im Land ein Allgemeinmediziner praktizieren müsste. „Wenn es das mit Kindergarten-Plätzen gibt, wieso dann nicht auch bei Ärzten?“, fragt NSGB-Präsident Marco Trips. „Der Staat gibt schließlich viel Geld aus für die medizinische Ausbildung. Und ich denke, da kann man auch steuernd eingreifen.“

Zuständig für die Versorgung mit Hausärzten ist die Kassenärztliche Vereinigung. Deren Vorstandsvorsitzender Mark Barjenbruch weist die Forderung des Kommunalverbandes zurück. Das sei „in einem freiheitlich geprägten Gesellschaftssystem weder angezeigt noch überzeugend“, so Barjenbruch. Man müsse dann Ärzte in Gemeinden zuweisen. Doch könnte man diese Mediziner dann kaum zwingen, auch noch die Niederlassung mit eigenem Geld zu finanzieren. Und ob sich die Praxis in einem kleinen Dorf wirtschaftlich trage, sei auch ungewiss.

„Meines Erachtens widerspricht dieser Vorschlag der Niederlassungsfreiheit der Ärzte und der freien Arztwahl“, meint Uwe Schwarz, SPD-Gesundheitsexperte im Landtag. Besser sei es, Anreize für junge Mediziner zu setzen, sich auf dem Land niederzulassen. Auch CDU-Experte Max Matthiesen sagt, wirklich lösen lasse sich der Ärztemangel nur mit intensiver Arbeit in den Regionen.

Bei dieser Arbeit setzt die Landesregierung bislang vor allem auf Anreize: So können Mediziner, die sich in Regionen mit ärztlicher Unterversorgung niederlassen, bis zu 75 000 Euro Investitionskostenzuschüsse erhalten. In 35 Gesundheitsregionen in Niedersachsen tüfteln örtliche Akteure, wie sie das Problem in ihrem Bereich angehen können. Ein Rezept ist, auf örtliche Verbundenheit zu setzen: So begleiten einige Landkreise bereits jetzt Medizinstudenten aus ihrer Region während des Studiums – in der Hoffnung, sie anschließend dazu zu bewegen, sich in ihrer Heimat niederzulassen.     

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