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Der Norden Notrufe bei Polizei und Feuerwehr öfter missbraucht
Nachrichten Der Norden Notrufe bei Polizei und Feuerwehr öfter missbraucht
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09:26 23.07.2017
Quelle: dpa
Hannover

Die Zahl missbräuchlicher Notrufe ist in Niedersachsen im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Das geht aus der Kriminalitätsstatistik für 2016 hervor. Waren es 2015 noch 569 Fälle, so stieg die Zahl 2016 auf 640 Fälle, ein Zuwachs um rund 12,5 Prozent.

„Das sind Fälle, bei denen ein Einsatz von Polizei oder Feuerwehr ausgelöst wird“, beschrieb Sprecher Hans Retter vom Landeskriminalamt in Hannover die erfassten Fälle. Nicht berücksichtigt sind Anrufe, bei denen gleich wieder eingehängt wird. „Zu den Motiven gehört etwa Geltungssucht, die meisten Anrufer werden erwischt.“ So wurden im vergangenen Jahr 469 Fälle aufgeklärt, eine Quote von gut 73 Prozent, von den 491 ermittelten Tatverdächtigen waren 396 Männer und 95 Frauen. Im Jahr zuvor lag die Aufklärungsquote sogar bei 75 Prozent.

Verschiedene Faktoren könnten für das Ansteigen derartiger Fälle verantwortlich sein, vermutete Retter. So sei in den vergangenen Jahren der Griff zum Telefon auch von unterwegs durch die zunehmende Verbreitung von Handys einfacher geworden. Zudem hätten immer jüngere Menschen ein Mobiltelefon. Außerdem könnte eine allgemein sinkende Hemmschwelle auch im Umgang mit Polizei- und Rettungskräften eine Rolle spielen, meinte Retter. Oft seien auch Betrunkene darunter, die sich einen Spaß erlaubten.

Kaum eine Rolle spielt bislang das sogenannte Swatting. Dabei täuschen Anrufer einen Notfall vor, um einem anderen die Polizei ins Haus zu schicken. Der Begriff kommt von SWAT, den amerikanischen Spezialeinheiten „Special Weapons and Tactics“. Doch hierzulande stürmen nicht gleich massiv bewaffnete SWAT-Teams ein Haus.

Ende 2016 sorgte ein Prozess in Bayern für Schlagzeilen, bei dem es auch um Swatting ging. Der Angeklagte wohnte zuletzt in Verden. „Sonst ist uns kein vergleichbarer Fall bekannt“, sagte Retter. In dem Fall standen plötzlich mehr als 100 Feuerwehrleute vor dem Haus eines Youtubers in Mittelfranken. Der User mit dem Namen „Drachenlord“ war live auf Youtube, als es an der Tür klingelte. Sein Fall landete als erster dieser Art in Deutschland vor Gericht. Der Angeklagte wurde zu drei Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt, unter anderem auch wegen des Missbrauchs von Notrufen.

dpa

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