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Der Norden Göttinger nimmt Nobelpreis entgegen
Nachrichten Der Norden Göttinger nimmt Nobelpreis entgegen
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17:58 10.12.2014
Der Forscher Stefan Hell im Max Planck Institut in Göttingen. Quelle: afp
Stockholm

Damit kann man in lebende Zellen blicken und den Verlauf von Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson beobachten. Der 51-Jährige, der ein Drittel des Preisgeldes von umgerechnet rund 860.000 Euro bekommt, forscht am Göttinger Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie.

Dank Hell können Wissenschaftler heute Dinge beobachten, von denen man lange dachte, dass Menschen sie niemals würden erblicken können. Moleküle, Vorgänge in Zellen, gerade mal so groß wie ein Tausendstel des Durchmessers eines Haares. „Was Hell gelungen ist, ist revolutionär“, sagt der Leiter des Instituts für Immunologie der Medizinischen Hochschule Hannover, Professor Reinhold Förster.

Unsere Kollegin Angela Brünjes vom Göttinger Tageblatt berichtet aus Stockholm in einem Blog.

Wichtige Stationen in Stockholm

Den Literaturnobelpreis: sprach die Schwedische Akademie dem Franzosen Patrick Modiano für seine "Kunst der Erinnerung" zu. Der 69 Jahre alte Schriftsteller rufe mit seiner Sprache unbegreifliche menschliche Schicksale wach, urteilte die Jury.

Den Friedensnobelpreis: bekommen die erst 17 Jahre alte Malala Yousafzai aus Pakistan und der Inder Kailash Satyarthi in der norwegischen Hauptstadt Oslo für ihren Kampf für Kinderrechte.

Den Nobelpreis für Medizin bekam das norwegische Forscher-Ehepaar May-Britt und Edvard Moser gemeinsam mit dem US-Amerikaner John O'Keefe. Die Wissenschaftler erhielten die Auszeichnung für die Entdeckung eines Navis im Gehirn. Zum ersten Mal wurden Norweger mit dem Medizin-Preis geehrt - und zum vierten Mal in der Geschichte der Nobelpreise ging die Auszeichnung an ein Ehepaar.

Mit dem Physik-Nobelpreis bedachte die Wissenschaftsakademie in Stockholm drei gebürtige Japaner. Isamu Akasaki, Hiroshi Amano und Shuji Nakamura entwickelten blau leuchtende Dioden - hocheffiziente Lichtquellen, die etwa in Handys zum Einsatz kommen.

Der Nobelpreis ist vor allem eine persönliche Auszeichnung für den in Rumänien geborenen Hell, Vater dreier kleiner Kinder, der in seiner Freizeit viel Saxofon spielt „und fast noch mehr Sport treibt“. Es ist aber auch eine Auszeichnung für den Wissenschaftsstandort Göttingen, der 2012 den Verlust des Exzellenzstatus seiner Universität verkraften musste. 2013 erhielt ein gebürtiger Göttinger, der Biochemiker Thomas Südhof, den Medizin-Nobelpreis. Auch Südhof forschte früher am Göttinger Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, wechselte 2008 jedoch, wie viele deutsche Spitzenforscher, in die USA, nach Stanford – wegen der besseren Bedingungen.

Diese Auszeichnungen hat Hell schon bekommen

  • 2000: Preis der International Commission for Optics
  • 2001: Helmholtz-Preis für Metrologie
  • 2002: Berthold Leibinger Innovationspreis, 3. Preis
  • 2002: Carl-Zeiss-Forschungspreis
  • 2002: Karl Heinz Beckurts-Preis
  • 2004: Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
  • 2006: Robert B. Woodward Scholar, Harvard University
  • 2006: Deutscher Zukunftspreis
  • 2007: Julius-Springer-Preis für angewandte Physik
  • 2007: ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
  • 2008: Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis
  • 2008: Niedersächsischer Staatspreis
  • 2008: Nominierung für European Inventor of the Year des Europäischen Patentamte
  • 2008: Methode des Jahres 2008 der Zeitschrift Nature Methods
  • 2009: Otto-Hahn-Preis für die Entwicklung neuer mikroskopischer Verfahren
  • 2010: Ernst-Hellmut-Vits-Preis
  • 2011: Familie-Hansen-Preis
  • 2011: Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft
  • 2011: Meyenburg-Preis
  • 2011: Göteborg Lise Meitner Preis 2010/2011 der Chalmers Universität
  • 2012: Wissenschaftspreis der Fritz-Behrens-Stiftung
  • 2012: Ehrenmitglied der Rumänische Akademie
  • 2013: Carus-Medaille
  • 2014: Kavli-Preis in Nanowissenschaften
  • 2014 Nobelpreis für Chemie

dpa/tof/afp

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