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Der Norden Schuss aus Polizeiwaffe: Toter hatte Schreckschusspistole
Nachrichten Der Norden Schuss aus Polizeiwaffe: Toter hatte Schreckschusspistole
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17:47 29.10.2018
Anwohner hatten sich über Lärm beschwert. Als die Polizei zur Kontrolle kam, lief ihnen aus einem Nachbarhaus ein bewaffneter Mann entgegen, der alle Warnungen der Beamten ignorierte. Quelle: picture alliance/dpa
Braunschweig

Nach dem Tod eines Mannes bei einem Polizeieinsatz in Braunschweig am Wochenende laufen die Ermittlungen. Es seien mehrere Schüsse gefallen, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Montag. Laut Obduktionsergebnis starb der 39-Jährige an einem Schuss quer durch den rechten Brustkorb, wie die Behörde später mitteilte. Der Mann war in der Nacht zum Sonntag erschossen worden, nachdem er mit einer Schusswaffe in der Hand auf Polizisten zugelaufen sein soll. Bei der Waffe, die der Mann in der Hand gehalten haben soll, handelt es sich laut Staatsanwaltschaft um eine Schreckschusspistole. Diese sehe aus wie eine nachgebaute Schusswaffe mit einem Kaliber von 9 Millimetern, teilte die Behörde am Montag mit.

Der Mann war nach Polizeiangaben mit der Waffe in der Hand aus einem Haus gelaufen. Die Beamten forderten den Mann auf, die Waffe beiseite zu legen – das tat er aber nicht. Als er weiter auf die Polizisten zuging, schossen diese. Trotz sofort geleisteter Erster Hilfe der Beamten sowie eines Notarztes starb der 39-Jährige noch am Einsatzort.

Hätte ein Taser die Eskalation verhindern können?

Wie nach Verletzungen oder Tod durch Schüsse aus einer Dienstwaffe üblich, wird laut Staatsanwaltschaft derzeit überprüft, ob der Anfangsverdacht einer Straftat besteht und ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird. Für den Landesvorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Alexander Zimbehl, lassen die bisherigen Erkenntnisse darauf schließen, dass es sich um eine klassische Situation für eine Elektroschockpistole gehandelt haben könnte. „Das wäre möglicherweise ein Einsatz, bei dem der Taser natürlich das mildere Mittel als die Schusswaffe gewesen wäre“, sagte Zimbehl.

Die Polizei war eigentlich zu einem anderen Einsatz in den Stadtbezirk gefahren, weil eine Anwohnerin die Beamten gerufen hatte. Zwei unbekannte Personen hatten sich demnach in einem Mehrfamilienhaus unberechtigt aufgehalten und herumgegrölt. Als die Polizisten vor Ort eintrafen, flüchteten die zwei Unbekannten aus dem Gebäude. Der 39-Jährige hatte nach Angaben eines Polizeisprechers vom Sonntag nichts mit den beiden Flüchtenden zu tun. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen in dem Fall übernommen.

Von lni/dpa/RND

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