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Der Norden Wie erkennen Schüler Fake News besser?
Nachrichten Der Norden Wie erkennen Schüler Fake News besser?
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00:16 26.05.2017
Von Saskia Döhner
Bin ich eine seriöse Quelle? Ministerin Frauke Heiligenstadt will Schüler für den Umgang mit Fake News sensibilisieren. Quelle: Holger Hollemann
Hannover

Ist das Selfie von Bundeskanzlerin Angela Merkel und einem Flüchtling echt? Hat Grünen-Politikerin Renate Künast wirklich das Verbrechen eines kriminellen Flüchtlings relativiert? Ist Donald Trump mithilfe russischer Geheimdienste an die Macht gekommen? Auf Schüler strömen über soziale Medien täglich immer neue Nachrichten ein, aber zwischen Fakten und „Fake News“ zu unterscheiden, wird immer schwieriger.

Das Kultusministerium hat jetzt ein Paket zusammengestellt: Lehrer bekommen einen Film an die Hand, zwei Unterrichtseinheiten für die Klassen 9 und 10 sowie für die Oberstufe, und eine App. Damit sollen Schüler für Falschmeldungen sensibilisiert werden.

Rasant schnelle Verbreitung

„Fake News können die Demokratie zersetzen“, warnte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt. Propaganda, Manipulation und Falschmeldungen seien kein neues Phänomen, sagt die SPD-Politikerin. „Das gab es schon in der Antike.“ Neu sei allerdings, dass die Meldungen mithilfe der sozialen Medien rasant an Millionen von Nutzern verbreitet werden können. Jeder könne eigene Falschmeldungen kreieren. Oft werde etwas weiterverbreitet, ohne dass man über den Wahrheitsgehalt lange nachdenke. „Nicht die Qualität von Falschmeldungen ist neu, sondern die Quantität“, betonte Heiligenstadt. Ziel sei es, mit dem Lehrpaket Jugendliche für den kritischen Umgang mit solchen Meldungen zu schulen, damit sie Quellen hinterfragten, von Robotern (sogenannten Social Bots) generierte Nachrichten und gefälschte Bilder leichter erkennen könnten.

Detlef Endeward vom Niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung sagte, das Thema könne in Politik, Deutsch oder Geschichte besprochen werden. Medienkompetenz ziehe sich durch alle Lehrpläne. In einem Kurzfilm wird der Begriff „Fake News“ anschaulich beschrieben.

Mit der App, die für fast alle gängigen Smartphones kostenlos verfügbar sei, könnten Schüler selbst anhand von 19 Fragen überprüfen, ob eine Nachricht seriös sei oder nicht. „Das funktioniert nach einem Ampelsystem“, sagt Endeward. Reißerische Überschriften, Doppelpunkte und Blogs als einzige Quellen deuten darauf hin, dass der Wahrheitsgehalt einer Meldung eher gering ist.
„Ich selbst stelle auch Sachen in den sozialen Netzwerken ein und überprüfe jetzt auch mein eigenes Handeln“, sagte Heiligenstadt. „Ich vermittle dabei ja auch meine Sicht auf die Dinge. Bin ich eine seriöse Quelle?“     

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