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Der Norden Niedersachsen erleichtert Jagd auf Nutrias und Wildschweine
Nachrichten Der Norden Niedersachsen erleichtert Jagd auf Nutrias und Wildschweine
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17:13 24.10.2018
Niedersachsen erleichtert Jagd auf Nutrias und Wildschweine Quelle: dpa/RND-Collage
Hannover

Um den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu verhindern und die Nutria-Plage zu bekämpfen, hat Niedersachsen das Jagdrecht verschärft. Der Landtag beschloss am Mittwoch mit den Stimmen von SPD, CDU und AfD die umstrittene Reform des Jagdgesetzes. FDP und Grünen votierten dagegen. Das Land will die Wildschwein-Population reduzieren, um das Risiko einer Ausbreitung der Tierseuche zu verringern. Die Biberratten stehen ganz oben auf der Abschussliste, weil sie mit ihren Wühlarbeiten Deiche und Dämme untergraben.

„Niedersachsen wäre mit seinen Regionen mit vielen Schweinezucht-Betrieben von einem ASP-Ausbruch in hohem Maße betroffen“, sagte Agrarministerin Barbara Otte-Kinast im Landtag. Die CDU-Politikerin bezeichnete das neue Jagdgesetz als „tragfähigen Kompromiss“ und wichtigen Schritt der Vorbereitung für den Fall eines ASP-Ausbruchs.

Das neue Jagdgesetz ermöglicht es der rot-schwarzen Landesregierung, bei Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest verschiedene Verbote für die Jagd auf Wildschweine aufzuheben. Für das Schwarzwild entfällt dann der Muttertierschutz, außerdem sind Schalldämpfer für Jagdwaffen erlaubt. Es soll zudem auch erlaubt werden, Wildschweine von einem Ansitz aus zu schießen, der auf der Ladefläche eines Fahrzeugs montiert ist. Allerdings darf das Auto dabei nicht fahren.

Mitte September war die Afrikanische Schweinepest bei zwei toten Wildschweinen in Belgien entdeckt worden – 60 Kilometer von der deutschen Grenze. ASP ist eine Infektionskrankheit, die bei Wild- und Hausschweinen meist innerhalb weniger Tage tödlich endet, für den Menschen aber ungefährlich ist. Die Seuche breitet sich über Wildschweine aus, kann aber auch über verseuchte Speisereste, Viehtransporter und Stallkleidung übertragen werden.

Auch den Nutrias geht es mit dem neuen Jagdgesetz verstärkt an den Pelz. In der aktuellen Jagdsaison sind zwar bereits 24 000 Tiere erlegt worden. Doch die ursprünglich aus Südamerika stammenden Biberratten breitet sich in Niedersachsen trotzdem rasant aus, weil sie das ganze Jahr über Junge zur Welt bringen. Daher wird nun der Muttertierschutz aufgehoben – auch Weibchen mit Jungen können künftig zur Strecke gebracht werden.

„Die landesweite Bejagung der invasiven Art Nutria ist wegen vermehrter Schäden beim Hochwasserschutz durch Wühltätigkeiten an Deichen und Dämmen deutlich zu intensivieren“, sagte Otte-Kinast. Derzeit gelinge es nicht in allen Regionen, den Zuwachs abzuschöpfen. „Wo Deiche brechen, sind Menschen in Gefahr“, sagte der CDU-Landtagsabgeordnete Uwe Dorendorf. Daher sei diese Maßnahme gerechtfertigt, auch wenn der Muttertierschutz einer der wichtigsten Grundsätze im Jagdrecht sei.

Grünen-Fraktionsvize Miriam Staudte rügte, das neue Jagdgesetz sei ein Freibrief, um diverse Verbote durch Verordnungen aufzuheben. Theoretisch sei es dadurch auch möglich, Seehundbestände mit vollautomatischen Waffen zu reduzieren. „Sie erweisen der Jagd damit einen Bärendienst, denn sie entfremden die Jäger vom Rest der Gesellschaft.“ Der FDP-Abgeordnete Hermann Grupe forderte, die Nutrias aus dem Jagdrecht herauszunehmen und sie wie Schädlinge zu bekämpfen.

Von Marco Seng

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